Fluglärmexperten stellen neue Schallschutzmaßnahmen vor

26.01.2018 - 17:35 0 Kommentare

Fluglärm ist weit über Frankfurt hinaus ein heikles Thema in der Rhein-Main-Region. Ein Bündel von Schallschutzmaßnahmen soll auch kurzfristig Abhilfe schaffen. Doch nicht alle haben Grund zur Freude.

Eine Maschine der Lufthansa setzt über Flörsheim zum Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen an. - © © dpa - Boris Roessler

Eine Maschine der Lufthansa setzt über Flörsheim zum Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen an. © dpa /Boris Roessler

Weniger Lärm, mehr Kommunikation - so lässt sich eine Reihe von Maßnahmen für aktiven Schallschutz rund um den Frankfurter Flughafen grob umschreiben. Vorgestellt hat sie das Forum Flughafen und Region (FFR). Die Schritte sorgten auf unterschiedliche Weise dafür, "dass es in der Region leiser wird", sagte Johann Dietrich Wörner vom FFR-Vorstand. "Wir kämpfen um jedes Dezibel."

Allerdings dürften die kurzfristigen Maßnahmen, die schon in diesem Jahr umgesetzt werden könnten, nicht überall Freude auslösen. Denn wenn etwa ab 22 Uhr nach Süden fliegende Maschinen eine Kurve um Mainz, Offenbach oder Hanau machten, könnte dies die Lärmbelastung in diesen Städten zwar senken.

Allerdings: "Wenn Menschen an der einen Stelle von Fluglärm entlastet werden, kommt es andernorts zu einer zusätzlichen Belastung", sagte Wörner. Zudem dürften Routenänderungen nicht zu Lasten des Abflugmanagements gehen, das in der Stunde vor Beginn des Nachtflugverbots um 23 Uhr unter besonderem Druck stehe.

Konsultationsverfahren für Gemeinden

Die Gemeinden sollen über ein Konsultationsverfahren stärker als bisher an lärmverlagernden Maßnahmen beteiligt werden. Dies gilt gerade dann, wenn Flugroutenänderungen einige Kommunen stärker als bisher belasten.

Anwohner in Frankfurt und Offenbach könnten den Angaben zufolge beispielsweise entlastet werden, wenn bis zu 20 besonders laute Flugzeuge mit Zielen im Osten umgeleitet werden.

Die Vorschläge der Lärmschutzexperten des Flughafens, der Fluggesellschaften und der Flugsicherung knüpfen auch an bereits umgesetzte Schallschutzmaßnahmen wie steilere Anflugwinkel an. Moderne Navigationstechnologien und satellitengestützte Programme könnten einen leiseren Anflug ermöglichen.

Bisher ist dies auf der Landebahn Nordwest möglich, zusätzliche Technik kann die leiseren Anflüge auch auf den übrigen Landebahnen ermöglichen. Damit dieses System auch in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens möglich ist, müssen allerdings die Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation entsprechend angepasst werden.

Von: cs, dpa
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