Fluglärm-Beauftragter beklagt Verantwortungslosigkeit

02.05.2012 - 13:55 0 Kommentare

Der hessische Landesbeauftragte Patrick Kirsch sieht sich beim Fluglärm mit «abstrusesten Behauptungen» konfrontiert. Zudem würde das Thema genutzt, um eigene Interessen durchzusetzen.

Patrick Kirsch, Fluglärmbeauftragte der hessischen Landesregierung - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Patrick Kirsch, Fluglärmbeauftragte der hessischen Landesregierung © dpa /Fredrik von Erichsen

Beim Thema Fluglärm sieht sich der dafür zuständige hessische Landesbeauftragte Patrick Kirsch «mit den abstrusesten Behauptungen» konfrontiert. «Ich habe unterschätzt, wie verantwortungslos manche Leute damit umgehen», sagte der seit Anfang des Jahres amtierende Fluglärm-Beauftragte der «Frankfurter Rundschau» (Mittwoch). Beim Thema Flughöhe werde oft angenommen, dass die Maschinen zu niedrig seien. «Meine Überprüfungen ergeben aber regelmäßig, dass dem zu 99,9 Prozent nicht so ist.»

Es gebe beim Fluglärm «wirklich Betroffene», denen geholfen werden müsse. Befremdlich sei für ihn aber, dass andere das Thema als Plattform nutzten, um eigene Interessen durchzusetzen. Viele Menschen reagierten «viel zu emotional und dann oft unsachlich». Dafür machte der gelernte Jurist und Pilot auch zum Teil die Medien und die Politik verantwortlich. Kirsch kümmert sich mit einem eigenen Büro am Flughafen um die Einhaltung der Flugrouten und um Lärmmessungen. Er wurde vom Wirtschaftsministerium als «unabhängiger Anwalt» in Sachen Fluglärm eingesetzt.

Die hessischen Grünen warfen am Mittwoch Kirsch vor, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Viele Menschen reagierten emotional, weil die schwarz-gelbe Landesregierung erst mit Hilfe der Gerichte zum Einhalten des Nachtflugverbots habe gezwungen werden müssen, erklärte der Abgeordnete Frank Kaufmann.

Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön beklagte am Mittwoch eine deutliche Steigerung des Fluglärms im dortigen Biosphärenreservat. Seit dem vergangenen Jahr habe die Zahl niedrig fliegender Flugzeuge zugenommen, hieß es in einer Mitteilung. Mit der Ausweitung der Anflugkorridore zum größten deutschen Airport passierten die Flieger bereits in nur etwas mehr als 3000 Metern Höhe das Biosphärenreservat.

Von: dpa
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