Flughafenverband will mehr Sicherheitspersonal an Airports einstellen

04.07.2016 - 10:35 0 Kommentare

Der Flughafenverband ADV will an deutschen Airports mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Der Verband reagiert damit auf die Anschläge an den Airports in Istanbul und Brüssel. Außerdem sollen mehr Bodyscanner zum Einsatz kommen.

Ein Fluggastkontrolleur tastet am Flughafen Köln/Bonn mit einer Handsonde einen Passagier ab.  - © © dpa - Oliver Berg

Ein Fluggastkontrolleur tastet am Flughafen Köln/Bonn mit einer Handsonde einen Passagier ab. © dpa /Oliver Berg

Als Konsequenz aus den Anschlägen an den Flughäfen von Brüssel und Istanbul soll auf deutschen Flughäfen mehr Sicherheitspersonal eingestellt werden. "Wir wollen die Sicherheit in den Terminals weiter verbessern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands (ADV), Ralph Beisel, der "Heilbronner Stimme". Die Zahl der Sicherheitskräfte in Uniform und in zivil solle noch einmal erhöht werden.

Verstärkt würden auch Experten eingesetzt, die mögliche Gefährder frühzeitig erkennen könnten. An den Flughäfen seien Spezialisten unterwegs, die besondere Verhaltensmuster der Menschen erkennen könnten, sagte Beisel. "Durch die gezielte Beobachtung von auffälligen Personen werden potenzielle Gefährder schnell erfasst. Da kann es zu Befragungen oder gleich zu einem Zugriff kommen", erklärte er. Außerdem werde erprobt, die Videoüberwachung mit einer Gesichtserkennung zu koppeln.

Verband fordert mehr Körperscanner

Beisel forderte außerdem einen flächendeckenden Einsatz von Körperscannern an deutschen Flughäfen. Sie seien schon jetzt im Einsatz, "und wir wollen deutlich mehr davon". Da auch die EU-Kommission sich den flächendeckenden Einsatz der Geräte wünsche, rechne er fest damit, "dass wir künftig Körperscanner an allen großen deutschen Flughäfen einsetzen werden", sagte Beisel der "Heilbronner Stimme".

© Flughafenverband ADV, Lesen Sie auch: ADV sieht sich nach Atatürk-Anschlag in Sicherheitsphilosophie bestätigt

Zweifel an der Zuverlässigkeit privater Sicherheitsdienste seien nicht angebracht, sagte der Verbands-Hauptgeschäftsführer. Die Mitarbeiter an den Personen- und Gepäckkontrollen seien "hoheitlich beliehene Sicherheitsassistenten, die unter Überwachung der Bundespolizei stehen". Sobald es einen Vorfall gebe, sei die Bundespolizei vor Ort. "Das ist ein funktionierendes System, bei dem Mitarbeiter ständig nachgeschult werden", sagte Beisel der Zeitung.

Vergangene Woche waren bei einem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul 44 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Im März wurden bei zwei Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof in Brüssel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt.

Von: ch, AFP
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