Flughafen Zürich: Lärmschutz mindert den Gewinn

28.08.2018 - 11:19 0 Kommentare

Der Flughafen Zürich profitiert bei seinen Finanzzahlen vom anhaltenden Passagierwachstum und korrigiert seine Prognose nach oben. Sondereffekte führen allerdings zu einem Einbruch des Gewinns.

Sicht auf Airside Center und Vorfeld des Flughafens Zürich - © © Flughafen Zürich -

Sicht auf Airside Center und Vorfeld des Flughafens Zürich © Flughafen Zürich

Die Flughafen Zürich AG hat im ersten Halbjahr 2018 ihren Umsatz stärker gesteigert als das Passagieraufkommen. Laut Finanzbericht kam das Unternehmen auf umgerechnet 472 Millionen Euro Umsatz, 10,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Plus bei den Fluggästen lag bei 6,4 Prozent: Von Januar bis Juni wurden 14,6 Millionen Reisende an dem größten Schweizer Flughafen abgefertigt.

© AirTeamImages.com, Olivier Corneloup Lesen Sie auch: Zürich wächst im Juni - und im Halbjahr

Im Fluggeschäft stiegen die Erträge nur um 5,7 Prozent, der Non-Aviation-Bereich wuchs um 17,7 Prozent. Er erreichte mit 202 Millionen Euro im ersten Halbjahr einen Anteil von knapp 43 Prozent am Geschäft der Flughafen-AG.

Negativ war die Entwicklung beim Gewinn: Er betrug nur 73,9 Millionen Euro und sackte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41 Prozent ab. Der Airport macht aber Sondereffekte geltend, die das Ergebnis negativ beeinflusst habe.

Lärmschutz kostet 27 Millionen extra

So sei durch erhöhte Lärmschutzauflagen eine einmalige Rückstellung in Höhe von 40 Millionen Euro erforderlich geworden. Außerdem verkaufte das Unternehmen im Vorjahr seine Beteiligung in Bangalore und hatte dadurch einen positiven Effekt von 27 Millionen Euro in der damaligen Halbjahresbilanz.

Bereinigt um diese Faktoren liegt das Ergebnis der Flughafen AG sogar um 16,6 Prozent höher als im Vorjahr. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg um 9,4 Prozent auf 260 Millionen Euro, die entsprechende Ebitda-Marge sank im ersten Halbjahr leicht auf 54,8 Prozent.

Verbesserte Prognose

Der Flughafen Zürich rechnet für das Gesamtjahr mit einem Passagierplus von rund sechs Prozent. Ursprünglich hatte er nur 3,5 bis vier Prozent mehr veranschlagt.

Auch beim Gewinn schreibt das Unternehmen seine Prognose nach oben: Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten wird ein Plus beim Ebitda von sechs bis acht Prozent und beim Gewinn von zehn bis zwölf Prozent erwartet. Im März wurden nur drei bis fünf beziehungsweise fünf bis zehn Prozent mehr in Aussicht gestellt.

Von: pra
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