Flughafen Wien führt Handvenen-Scanner für Mitarbeiter ein

27.05.2015 - 17:00 0 Kommentare

Am Airport in Wien wird es bald biometrische Kontrollen geben: Die Handvenen-Scanner sind für die Mitarbeiter am Flughafen gedacht, stehen jedoch nicht in Zusammenhang mit einem aktuellen Sicherheitsvorfall.

Neuer Handvenen-Scanner am Airport Wien - © © Flughafen Wien -

Neuer Handvenen-Scanner am Airport Wien © Flughafen Wien

Neue Sicherheitskontrollen am Airport Wien: Der Flughafen führt den Handvenen-Scan ein. Laut einer Airport-Mitteilung müssen ab dem 15. Juni alle Mitarbeiter am Flughafen durch diese Kontrolle. Die neuen Scanner kosteten den Airport etwa eine Million Euro. Die Technik wurde in den vergangenen zwölf Monaten installiert.

Durch die neuen Scanner könne die Identität der Person eindeutig technisch festgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung. "Der Handvenenscan bringt das derzeit höchste erreichbare Sicherheitsniveau bei der eindeutigen Identifizierung einer Person", der Zutritt durch Unbefugte sei dadurch ausgeschlossen.

Sicherheitsleute sollen Flüchtlinge geschmuggelt haben

Der Airport betonte, dass die Einführung des neuen Systems seit langem geplant sei. Der Schritt stehe nicht mit dem aktuellen Missbrauch von Zutrittskarten durch Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in Zusammenhang. Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 13 Security-Mitarbeiter, die am Airport tätig waren.

© Prague Airport, Lesen Sie auch: Tschechien setzt auf Gesichtserkennung am Prager Flughafen

Ihnen wird vorgeworfen, illegal Flüchtlinge an Bord von Flugzeugen geschmuggelt zu haben. Die Schleusungen sollen seit Herbst 2014 unter anderem auf Maschinen nach Großbritannien und in die USA erfolgt sein. Zwei Verdächtige sitzen laut Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Zutrittskarten untereinander ausgestauscht

Die Schlepperbande war laut Sicherheitsunternehmen unter anderem bei einer nachgelagerten Dokumentenkontrolle aktiv, die für einzelne Flugziele zusätzlich vorgeschrieben sei. Die Lücke in der Abfertigungs-Kontrolle sei möglich geworden, weil die Beteiligten untereinander Zutrittsberechtigungskarten ausgetauscht hätten.

Die neuen Handvenen-Scanner würden so etwas von vorneherein verhindern, hieß es von Seiten des Flughafens. Ohne Scan kommt kein Mitarbeiter in die Bereiche nach der Grenz- oder der Sicherheitskontrolle. Die letztgenannte Zone erreicht jeder Angestellte - wie gehabt - nach dem Durchlaufen der Sicherheitskontrolle.

Die Vorteile eines Handvenen-Scanners

Das Muster der Handvenen ist bei jedem Menschen einzigartig. Sogar bei eineiigen Zwillinge sind sie unterschiedlich. Da die Muster unter der Haut liegen, können sie - im Gegensatz zu Ausweisen beispielsweise - nicht gefälscht oder gestohlen werden. Ein weiterer Vorteil: Die Muster bleiben ein Leben lang gleich. Die Scanner müssen also nicht neu programmiert werden.

Von: airliners.de, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Reisende warten vor dem Sicherheitsbereich im Terminal 1 am Flughafen Köln/Bonn. Köln/Bonn: Kötter-Nachfolge wohl geregelt

    Wechsel bei den Personal- und Warenkontrollen am Flughafen Köln/Bonn: Da man dem Unternehmen Kötter vorzeitig gekündigt hatte, war man auf der Suche nach einem neuen Sicherheitsdienstleister. Nun ist der Airport offenbar fündig geworden.

    Vom 10.10.2017
  • Arbeit an der Fluggastkontrolle. Flughafen Wien: Bestechungsvorwürfe gegen Sicherheitsmitarbeiter

    Ein Mitarbeiter der Fluggastkontrollen am Airport Wien soll Bestechungsgelder entgegengenommen haben. Wie die "Kronen-Zeitung" berichtet habe der Kontrolleur unter anderem eine Malediven-Reise gesponsert bekommen, weil er auf der Arbeit "die Augen zudrückte". Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung prüft die Vorwürfe.

    Vom 09.10.2017
  • Nach Passagieren ist der Airport München der zweitgrößte Flughafen Deutschlands. Airport München bekommt IT-Kompetenzzentrum für Abwehr von Cyber-Verbrechen

    Ende Januar soll am Flughafen München ein Kompetenzzentrum zur Abwehr von Cyber-Angriffen eröffnen. Wie es in einer Mitteilung heißt, sollen in dem "Information Security Hub" IT-Spezialisten des Flughafens mit Experten von Dienstleitern Verteidigungsstrategien gegen Cyber-Kriminalität erarbeiten.

    Vom 22.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus