Flughafen Tegel: Experten raten in "Geheimpapier" zum Weiterbetrieb

05.10.2016 - 17:00 0 Kommentare

In einem Schreiben raten Experten nach Medienberichten zum Weiterbetrieb des Flughafens Tegel nach der BER-Eröffnung und führen dafür Wege und Gründe an. Wer das Papier verfasst hat, ist allerdings unklar.

Passagiere strömen durch den Flughafen Berlin-Tegel. - © © dpa - Sebastian Kahnert

Passagiere strömen durch den Flughafen Berlin-Tegel. © dpa /Sebastian Kahnert

Geht der neue Hauptstadtflughafen BER an den Start, ist für den Berliner Flughafen Tegel Schluss. Soweit die aktuelle Lage - doch in einem "Geheimpapier" aus Flughafenkreisen werden nun Alternativen genannt, wie die "B.Z." berichtete. So könnte Tegel nicht nur als Regierungsflughafen und für die Geschäftsfliegerei am Netz bleiben. Auch innerdeutsche Strecken könnten in eingeschränkter Form - unter anderem ist vom Sonntag als flugfreiem Tag die Rede - weiter von dort aus geflogen werden.

Als Grund für die Überlegungen wird angegeben, dass der BER bereits ab der Eröffnung zu klein für das konstant wachsenden Berliner Passagieraufkommen sein wird. Und rechtlich wäre eine Offenhaltung Tegels auch kein Problem: Der Berliner Senat müsse nur die Schließungsbescheide widerrufen, zitiert die "B.Z." aus dem Papier. Der Senat hatte aber eine Offenhaltung Tegels stets abgelehnt. Auf dem Gelände des Flughafens sollen Wohnungen sowie ein Industrie- und Forschungspark entstehen.

Papier stammt wohl nicht von der Flughafengesellschaft

Wer das Dokument verfasst hat, ist derzeit unklar. Die Flughafenbetreibergesellschaft FBB schloss gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" aus, dass das Papier aus ihrem Hause stammt. Und die für die Flughäfen zuständigen Staatssekretäre aus Berlin und Brandenburg erklärten, es gar nicht zu kennen.

Erst Ende September hieß es in einem Medienbericht, dass Tegel fast zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld schließen soll. Dies sähen die aktuellen Planungen von Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld für die Inbetriebnahme des BER vor. Wann genau der Airport nach mehreren geplatzten Eröffnungsterminen an den Start gehen könnte, soll am Freitag, 7. Oktober, ein Thema bei der nächsten Flughafen-Aufsichtsrat sein. Bislang wird am Ziel einer Eröffnung spätestens Ende 2017 festgehalten.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Weitere Verzögerungen am BER

Sollte es zu diesem Zeitpunkt klappen, wird der BER für den wachsenden Verkehr in Berlin zu klein sein. Er fasst in seiner jetzigen Form zum Start 22 Millionen, später 27 Millionen Fluggäste pro Jahr. Allerdings wurden bereits im vergangenen Jahr insgesamt rund 29,53 Millionen Passagiere an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gezählt.

Bis der Neubau in Schönefeld erweitert ist, soll ein Teil der Fluggäste das benachbarte alte Schönefelder Terminal nutzen. Der Bau eines in dem Areal geplanten Regierungsterminals verzögert sich deshalb, eine Übergangslösung soll bis zum Jahr 2022 weiterhelfen. Auf Anhieb hat sich dafür aber keine Baufirma finden lassen.

Von: gk
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