Flughafen Stuttgart rechnet 2014 nicht mit Besserung

10.01.2014 - 09:00 0 Kommentare

Der Stuttgarter Flughafen leidet unter den Sparanstrengungen der Airlines. Auch 2014 rechnet der Airport mit keinen nennenswerten Zuwächsen. Auf die Airlines kommen neue Gebühren zu, um Lärm und CO2-Emissionen zu senken. Doch auch der Airport wird in die Pflicht genommen.

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH - © dpa - Jan-Philipp Strobel

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH dpa /Jan-Philipp Strobel

Die Sparanstrengungen großer Airlines werden dem Flughafen Stuttgart auch in diesem Jahr zu schaffen machen. «Für 2014 rechnen wir mit keinen nennenswerten Zuwächsen bei der Verkehrsentwicklung», sagte Geschäftsführer Georg Fundel. Im vergangenen Jahr seien die Passagierzahlen um 1,5 Prozent auf 9,6 Millionen gesunken. Weil die Fluggesellschaften größere Maschinen einsetzen, ging die Zahl der Starts und Landungen um 5,2 Prozent auf rund 124.600 zurück. Das spürte der Flughafen beim Gewinn: Der brach um gut ein Drittel auf rund 20 Millionen Euro (2012: 30,3 Mio. Euro) ein.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kündigte unterdessen Verbesserungen beim Lärmschutz an. So sollen künftig in den Nacht- und Tagesrandstunden keine lauten Flugzeuge mehr fliegen, sagte Hermann, der den Vorsitz im Aufsichtsrat des Flughafens hat. Geplant seien Einschränkungen für den Nachtflugpostdienst und für Propellermaschinen. Der Flughafen Stuttgart hat nach Angaben eines Ministeriumssprechers einen entsprechenden Antrag zur Änderung der luftrechtlichen Genehmigung beim Verkehrsministerium gestellt.

Neue Entgeltordnung eingeführt

Dafür hat der Flughafen Stuttgart bereits Anfang Januar neue Entgelte eingeführt, die laute Flugzeuge benachteiligen. Hermann warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Den Lärm werde man nicht ganz abstellen können. Der Verkehrsminister hatte zu Beginn der grün-roten Landesregierung das Ziel ausgegeben, Stuttgart zu einem «grünen Flughafen» machen zu wollen. Auf diesem Weg sei man ein großes Stück weiter gekommen, betonte er.

So führe der Flughafen auch ein Schadstoffentgelt ein, dass sich auf den Ausstoß von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen beziehe. Dadurch entstünden Anreize zur CO2-Reduktion. Der Luftverkehr sei ein enormes Problem bei der Bekämpfung des Klimawandels, sagte Hermann weiter. Dafür könnten die Flughäfen zwar nur begrenzt in die Verantwortung genommen werden. «Wir wollen aber, dass der Flughafen seinen Beitrag zur CO2-Reduktion leistet. Das ist unsere Verantwortung», sagte Hermann.

CO2-Emissionen sollen gesenkt werden

Der Flughafen selbst hat den Plan, den von ihm kontrollierten CO2-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Dazu soll die Möglichkeit zum Kauf von Atmosfair-Zertifikaten, aber auch eine Photovoltaik-Anlage oder die ökologische Bewirtschaftung der Flughafenwiesen beitragen.

Von: dpa, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Eine Lufthansa-Maschine über den Dächern von Flörsheim am Main (Hessen). Umweltbundesamt sieht Handlungsbedarf beim Fluglärm

    Der Fluglärmbericht des Umweltbundesamtes sieht Handlungsbedarf gegen den Krach am Himmel. Als mögliche Maßnahmen werden unter anderem Lärmkontingente vorgeschlagen. Der BDL kritisiert den Bericht.

    Vom 25.07.2017
  • Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH. Stuttgart fordert mehr Verkehrsrechte für VAE und China

    Aktuell verhandelt die EU die Verkehrsrechte mit Staaten wie China und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Bundesregierung solle sich für eine weitere Öffnung einsetzen, fordert nun Stuttgarts neue Flughafenchefin.

    Vom 02.10.2017
  • Ein Passagierflugzeug fliegt über Wohnhäuser bei Flörsheim in der Nähe des Frankfurter Flughafens hinweg. Hessische Kommunen sollen weiter Fluglärm-Entschädigung bekommen

    Hessen will Kommunen weiter finanziell entschädigen, die besonders vom Lärm am Frankfurter Flughafen betroffen sind. Die Planung soll bis zum Jahr 2021 gelten. Die Mittel stammen aus den Dividendeneinnahmen des Landes für die Aktienanteile an der Fraport AG.

    Vom 27.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus