Flughafen Stuttgart korrigiert Passagierprognose nach unten

04.12.2013 - 16:33 0 Kommentare

Noch im Sommer hatten sich die Betreiber des Stuttgarter Flughafens optimistisch gezeigt und waren auf Jahressicht von genau so vielen Fluggästen wie 2012 ausgegangen. Doch daraus wird aus mehreren Gründen wohl nichts.

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart - © © dpa - Uwe Anspach

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart © dpa /Uwe Anspach

Angesichts der Sparanstrengungen großer Airlines wie Lufthansa und Air Berlin hat der Flughafen Stuttgart seine Erwartungen für dieses Jahr wieder zurückgeschraubt. Bei den Passagierzahlen rechne er nun mit einem leichten Rückgang von bis zu 1,4 Prozent auf 9,65 Millionen, sagte Geschäftsführer Georg Fundel heute in Stuttgart. Im Sommer war Fundel noch von einer stabilen Entwicklung ausgegangen. Die Zahl der Starts und Landungen wird nach derzeitiger Planung mit 125.000 gut fünf Prozent unter dem Vorjahr liegen. «Es läuft nicht rund», sagte Fundel.

Das Geschäft des Stuttgarter Flughafens hänge zu zwei Dritteln von den großen Airlines Lufthansa und Air Berlin ab, die derzeit einen Sparkurs steuerten. Die Fluggesellschaften litten vor allem unter der eingeführten Luftverkehrssteuer und dem hohen Kerosinpreis. «Wenn die beiden bremsen, läuft es verhalten», sagte Fundel.

Außerdem zögen die Fluggesellschaften Verbindungen von Stuttgart an die großen Drehkreuze wie Frankfurt oder München ab. Hinzu kommt, das beliebte Urlaubsziele in Nordafrika wegen der politischen Unruhen nach wie vor niedrig in der Gunst der Erholungssuchenden stehen.

«Wir planen mit einem Nullwachstum»

Der Umsatz werde gegenüber 230 Millionen Euro im Vorjahr leicht sinken, sagte Fundel. Den Gewinn erwarte er nach einem leichten Rückgang bei etwas über 20 Millionen Euro. Auch 2014 rechnet Fundel noch nicht einer Besserung. «Wir planen mit einem Nullwachstum», sagte Fundel.

Die niedrigere Zahl der Starts und Landungen führt Fundel auch auf den Trend zu größeren Maschinen zurück. Der Sitzladefaktor, also die Auslastung der Maschinen sei gestiegen. Wenigstens muss sich der Flughafen so keine Gedanken über einen möglichen Ausbau der Landebahn machen. «2006 und 2007 hatten wir Sorge, dass die Landebahn volläuft», sagte Fundel.

Außerhalb des reinen Flugbetriebs stehen die Zeichen dagegen weiter auf Expansion. Der Bau des neuen Busbahnhofs für rund 35 Millionen Euro ist angelaufen. Außerdem soll Anfang 2014 mit dem Bau der neuen Deutschlandzentrale für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young begonnen werden. Darüber hinaus will der Flughafen für 26 bis 27 Millionen Euro ein neues Verwaltungsgebäude bauen, um Platz für den im Rahmen von Stuttgart 21 geplanten Flughafenbahnhof und weitere Hotels zu schaffen.

Von: dpa
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