Verdi-Mitglieder stimmen für bundesweiten Security-Tarifvertrag

08.05.2019 - 16:40 0 Kommentare

Die Verdi-Mitglieder in der Flughafensicherheit haben den neuen Tarifvertrag angenommen. Die erste bundesweit gültige Regelung sieht zwischen 10,5 und 26,7 Prozent mehr Geld in einem Zeitraum von drei Jahren vor.

Ein Flughafenmitarbeiter wirft während einer Verdi-Abstimmung seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. - © © dpa - Gregor Fischer

Ein Flughafenmitarbeiter wirft während einer Verdi-Abstimmung seinen Wahlzettel in eine Wahlurne. © dpa /Gregor Fischer

Die bei Verdi organisierten Sicherheitskräfte an den deutschen Flughäfen haben den Ende Januar abgeschlossenen Tarifvertrag in einer Urabstimmung angenommen. Die Zustimmung unter den teilnehmenden Mitgliedern habe bei 69 Prozent gelegen, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin mit. Es fehlt noch die formale Zustimmung der entsprechenden Tarifkommission.

Je nach Region und Tätigkeit sieht die vereinbarte bundesweite Tariferhöhung verschiedene Sätze vor. Laut Verdi bringt der neue Vertrag den bundesweit rund 23.000 Beschäftigten zwischen 10,5 und 26,7 Prozent höhere Gehälter in einem Zeitraum von drei Jahren. Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) hatten die jährlichen Erhöhungen auf 3,5 bis 9,77 Prozent beziffert. Die erste von drei Tarifstufen sollte bereits zum März greifen. Der Einigung waren fünf Verhandlungsrunden und mehrere Warnstreiks vorausgegangen, die Hunderttausende Passagiere in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Tariferhöhungen nach Regionen und Tätigkeitsgruppen

§ 5 LuftSiG: Entgelterhöhung auf 19,01 Euro pro Stunde in drei Schritten zum 1. April 2019, 1. Januar 2020 und 1. Januar 2021 in allen Bundesländern

§§ 8, 9 LuftSiG (Personal- und Warenkontrolle): Entgelterhöhung auf 17,73 Euro pro Stunde in drei Schritten zum 1. Mai 2019, 1. Januar 2020 und 1. Januar 2021 (Ausnahmen: in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf 15,57 Euro pro Stunde sowie in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf 16,90 Euro pro Stunde; Ziel ist dort eine möglichst zügige Angleichung an die übrigen Bundesländer)

§§ 8, 9 LuftSiG: Entgelterhöhung auf 16,47 Euro pro Stunde in Baden-Württemberg, auf 15,76 Euro pro Stunde in München, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, auf 15,48 Euro pro Stunde in NRW, 15,43 Euro pro Stunde in Berlin und Brandenburg, 15,33 Euro pro Stunde in Rheinland-Pfalz und Saarland, auf 14,22 Euro pro Stunde in Bayern (außer München) sowie auf 13,64 Euro pro Stunde in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in drei Schritten zum 1. Mai 2019, 1. Januar 2020 und 1. Januar 2021 (die Angleichung zwischen den Bundesländern soll möglichst zügig erfolgen)

Service qualifiziert: Entgeltgruppe wird neu eingeführt mit 12,00 Euro pro Stunde ab 1. Mai 2019, 12,44 Euro pro Stunde ab 1. Januar 2020 und 12,90 Euro pro Stunde ab 1. Januar 2021

Service: Entgelterhöhung auf 12,32 Euro pro Stunde in drei Schritten zum 1. Mai 2019, 1. Januar 2020 und 1. Januar 2021 in allen Bundesländern

Nach einem ersten negativen Votum der Mitglieder hatte der Ende Januar bereits von Verdi unterzeichnete Tarifvertrag nicht wie ursprünglich geplant im März in Kraft treten können. Die ebenfalls beteiligte Gewerkschaft DBB Beamtenbund und Tarifunion hatte den Abschluss im April unterzeichnet.

In den Tarifverhandlungen ging es um drei Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgaben an den Flughäfen. Die eine Gruppe kontrolliert Passagiere und deren Gepäck, die zweite Zugänge und Zufahrten an den Flughäfen und die dritte Fracht, Post und Catering für die Flugzeuge.

© dpa, Lesen Sie auch: Security-Tarifvertrag an Flughäfen steht nun doch

Bei Abschluss der Verhandlungen war laut Gewerkschaft vereinbart worden, dass im Anschluss über einen Entgeltrahmentarifvertrag sowie einen Manteltarifvertrag gesprochen werden solle. Verdi hat für diese nun anstehenden Verhandlungen unter anderem höhere Zulagen als Ziel genannt.

Von: hr, dpa
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