Airport Paderborn will ohne Billigflieger wachsen

07.02.2018 - 08:00 0 Kommentare

Paderborn/Lippstadt möchte mit neuen City-Strecken und mehr Touristik-Flügen den Verkehr ausbauen. Dabei sieht sich der Flughafen in einem ungleichen Wettbewerb.

Terminalgebäude am Flughafen Paderborn-Lippstadt. - © © Flughafen Paderborn-Lippstadt -

Terminalgebäude am Flughafen Paderborn-Lippstadt. © Flughafen Paderborn-Lippstadt

Der Sommerflugplan in Paderborn/Lippstadt ist noch längst nicht komplett: Dem Flughafen fehlen nach der Niki-Pleite vor allem Flüge nach Mallorca. Für den Sommer sind derzeit nur 15 Flüge pro Woche auf die Baleareninsel geplant - im Vorsommer waren es bis zu 25.

Da die Palma-Nachfrage ungebrochen groß sei, hoffe man noch auf eine Ausweitung des Angebots, erklärt eine Flughafensprecherin auf Anfrage von airliners.de. Ob der angekündigte Relaunch von Niki mit Niki Lauda dem Westfalen-Airport zugutekommen würde, ist aber noch nicht ausgemacht.

Adria Airways plant drei City-Strecken

Von anderer Seite erwartet der Airport eine zusätzliche Erweiterung des Flugplans: Adria Airways plane, im Sommer Verbindungen nach London, Wien und Zürich aufzunehmen, so die Sprecherin. Letzte Details würden derzeit geklärt und könnten voraussichtlich in den nächsten Tagen bekanntgeben werden.

Eine Route nach London gab es hier zuletzt vor vier Jahren. Seither sind die Lufthansa-Flüge nach München und seit 2017 auch wieder nach Frankfurt die einzigen Städteverbindungen.

Adria Airways

Die slowenische Fluggesellschaft wurde 2016 privatisiert und gehört nun der Anlagegesellschaft 4K Invest. Als Lufthansa-Partner bietet sie bislang nur Verbindungen Richtung Südosteuropa an: von Frankfurt und München nach Ljublana, Pristina und Tirana. Ab Ende März startet JP auch in Hamburg, ab Ende April in Düsseldorf. 4K Invest übernahm im vergangenen Jahr auch den Schweizer Regionalflieger Darwin Airline (Etihad Regional), der mittlerweile insolvent ist.

Im vergangenen Jahr wurden am Flughafen Paderborn/Lippstadt 740.000 Passagiere befördert, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Aber das Wachstum wurde von der Niki-Pleite und der anhaltende Türkeiflaute gebremst: "Ohne diese Einflüsse hätten wir 100.000 Fluggäste mehr gehabt", sagte Geschäftsführer Marc Cezanne laut eines Berichts des "Westfalen-Blatts".

Kein gekauftes Wachstum

Der Geschäftsführer sieht seinen Airport im Nachteil gegenüber Dortmund, Kassel-Calden oder Münster/Osnabrück. An diesen nahegelegenen Flughäfen werden jedes Jahr teilweise zweistellige Millionendefizite von der öffentlichen Hand übernommen. Sie könnten daher mit niedrigen Entgelten Verkehrswachstum durch Billig- oder Ferienflieger erkaufen. "Lassen Sie uns zehn Millionen Euro Verlust machen, und wir hätten im Jahr wieder locker 1,2 Millionen Passagiere", sagte Cezanne vor dem Wirtschaftsausschuss des Kreises Paderborn.

Collage airliners.de, Lesen Sie auch: Deutsche Airports trotzen der Air-Berlin-Pleite Analyse

Der Kreis ist mit gut 56 Prozent Mehrheitsgesellschafter beim Airport Paderborn-Lippstadt. Weitere fünf Landkreise sowie die Stadt Bielefeld und die IHK Bielefeld und Detmold sind ebenfalls beteiligt. Laut Gesellschaftervertrag darf die Unterdeckung maximal 2,5 Millionen Euro pro Jahr erreichen. In den vergangenen Jahren erwirtschaftete PAD laut Medienberichten jeweils ein Defizit von rund zwei Millionen Euro.

Der Flughafen fertigte zu Hochzeiten mehr als 1,3 Millionen Passagiere ab. Seit 2005 gingen die Verkehrszahlen durch die Air-Berlin-Krise und den Abzug der britischen Armee fast kontinuierlich bergab.

Passagierzahlen am Flughafen Paderborn/Lippstadt
Passagiere in Tausend
2005 1343
2006 1272
2007 1234
2008 1128
2009 967
2010 1016
2011 968
2012 871
2013 795
2014 764
2015 772
2016 703
2017 740

Die Kurve zeigt die Entwicklung der Passagierzahlen von 2005 bis 2017 in gerundeten Werten. Quelle: Unternehmensangaben

Von: pra
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