Flughafen München: Passagiere bekommen Gutscheine nach Flughafen-Chaos

05.07.2019 - 08:52 0 Kommentare

Der Flughafen München verteilt Gutscheine an die betroffenen Reisenden der Terminalsperrung vor einem Jahr. Dabei handele es sich um eine Geste des Flughafens. Rechtlich kann der Airport nicht für Entschädigungszahlungen herangezogen werden.

Flugzeugabfertigung am Airport München. - © © Flughafen München -

Flugzeugabfertigung am Airport München. © Flughafen München

Nach dem Chaos am Münchner Flughafen mit mehr als 30.000 gestrandeten Passagieren vor fast einem Jahr hat der Airport knapp 6000 Gutscheine verteilt. "Das ist aber nicht als Entschädigung zu verstehen, sondern als Geste des Flughafens, gerichtet an die Fluggäste, die die Unannehmlichkeiten an diesem Tag hatten und ihren Flug verpasst haben", betonte ein Sprecher.

Die Gutscheine haben einen wert über jeweils 50 Euro, der binnen drei Jahren in vielen Restaurants und Shops am Airport eingelöst werden kann. Nach der freiwilligen Aktion des Flughafens sollten Betroffene allerdings auf keine Entschädigung im engeren Sinne hoffen. Das Amtsgericht Erding hat entschieden, dass Fluggesellschaften nicht zu einer Ausgleichszahlung verpflichtet sind, wenn Passagiere aufgrund einer Anti-Terror-Maßnahme nicht fliegen können.

Anti-Terror-Maßnahme verhinderte Abflüge

Vier Kläger aus München hatten eine Entschädigung von jeweils 400 Euro wegen Flugbeförderungsverweigerung gefordert. Die beklagte Fluggesellschaft war hingegen der Ansicht, dass sie die Beförderung nicht verweigert habe, weil die Kläger nicht rechtzeitig am Abfluggate erschienen seien und sie für die Anti-Terror-Maßnahme der Bundespolizei nicht verantwortlich sei.

Das sah auch das Amtsgericht so. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, nachdem das Landgericht Landshut die Berufung der Kläger zurückgewiesen hat.

Damals waren am ersten Wochenende der Sommerferien 330 Flüge ausgefallen und etliche weitere stark verspätet, weil eine Reisende unkontrolliert in den Sicherheitsbereich geraten war und daraufhin das Terminal 2 gesperrt wurde.

© Flughafen München, Andreas Pohlmann Lesen Sie auch: Kerkloh: Terminal-Räumung kostet München Millionen

Von: dpa-AFX, br
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