Flughafen München tauscht Sprengstoff-Suchgeräte aus

24.11.2015 - 14:57 0 Kommentare

Am Airport in München werden die Sprengstoff-Suchgeräte ausgetauscht. Hintergrund ist eine Diskussion um angebliche Gesundheitsgefahren - an anderen Flughäfen gibt es mit den Geräten jedoch keine Probleme.

Am Flughafen München wird ein Laptop auf Sprengstoff getestet. - © © dpa - Frank Leonhardt

Am Flughafen München wird ein Laptop auf Sprengstoff getestet. © dpa /Frank Leonhardt

Der Flughafen München tauscht derzeit seine Sprengstoff-Suchgeräte aus. Laut bayerischem Verkehrsministerium soll bald ein anderer Gerätetyp eingesetzt werden, der aber erst noch getestet wird. Hintergrund ist eine Diskussion um womöglich gesundheitsgefährdende Sprengstoff-Suchgeräte.

200 Mitarbeiter des staatlichen Sicherheitsdienstes SGM hatten sich nach dem ersten Einsatz der Geräte krank gemeldet. Was dem Personal genau fehlt, ist jedoch noch unklar.

Am Nürnberger Flughafen gab es nach Ministeriumsangaben nur vereinzelt Beschwerden über die Sprengstoffsuchgeräte. Gesundheitsprobleme seien der Behörde nicht bekannt. Auch an den Airports in Frankfurt, Düsseldorf, Köln/Bonn und Hannover gebe es bis jetzt keine Beschwerden von Mitarbeitern, die an den Detektoren eingesetzt werden.

Hersteller zweifelt Messungen an

Die Mitarbeiter in München hatten nach dem Einsatz neuer Detektoren über Geruchsbelästigungen geklagt. Der Hersteller schloss einen Ausstoß von Schadstoffen aus, eine Messung der Firma Dekra ergab jedoch unter anderem Belastungen mit Formaldehyd. Von einem Weiterbetrieb der Geräte wurde dringend abgeraten.

Der Hersteller zweifelt die Messwerte an. Dennoch wurden vorsichtshalber fast alle 70 Geräte weggesperrt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln und haben Anfang November neue Messungen veranlasst. Ein Ergebnis gibt es nach Auskunft des Verkehrsministeriums noch nicht.

Universität sieht keine Gefahr

Allerdings liegt dem Luftamt Südbayern die Stellungnahme eines Institutes der Ludwig-Maximilians-Universität in München vor. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass "außer kurzzeitigen Irritationen durch die eingesetzten Geräte weder Gesundheitsbeeinträchtigungen noch gar Langzeitschäden zu befürchten" seien, so das Ministerium.

Von: ch, dpa
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