Flughafen München wächst - und will das auch weiter tun

29.03.2017 - 15:24 0 Kommentare

Der Flughafen München hat 150 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Airport-Chef Michael Kerkloh setzt bei künftigem Wachstum auf eine Strategie, die auch der Flughafen Frankfurt verfolgt.

Michael Kerkloh, Geschäftsführer des Flughafens München - © © dpa - Peter Kneffel

Michael Kerkloh, Geschäftsführer des Flughafens München © dpa /Peter Kneffel

Der Flughafen München hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erwirtschaftet: Unter dem Strich blieben rund 150 Millionen Euro, teilte der bayerische Airport jetzt mit. 2015 waren es 143 Millionen. Der Umsatz kletterte um rund neun Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr sagte Flughafenchef Michael Kerkloh einen weiteren Zuwachs voraus. Das gilt auch für die Verkehrszahlen. Aber der Engpass bei den noch verfügbaren Start- und Landezeiten werde das künftige Wachstum abschwächen, so der Manager. Wie bereits bekannt, hatte der Airport im vergangenen Jahr einen Passagierrekord erzielt.

Airport will bei Billigfliegern "nachziehen"

Mehr Nachfrage erwartet Kerkloh bei Billigflügen. Bundesweit reisten 24 Prozent aller Fluggäste mit Billigfliegern, in München erst sieben Prozent. "Wir wollen hier nachziehen." Damit schlägt der bayerische Airport einen ähnlichen Weg ein wie Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings startet jetzt mit vier Maschinen ab München. Bei den Slots für Starts und Landungen habe München aber fast nur noch Ladenhüter übrig, die keiner wolle. Der Abzug der Fluggesellschaft Transavia habe auch damit zu tun, sagte Kerkloh.

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Münchner Airport-Chef: Eurowings bleibt wohl vorerst letzter Neuzugang

Der Flughafenchef äußerte sich außerdem zum Thema dritte Start- und Landebahn: Wenn der Flughafen die dritte Piste mit eigenem Geld bauen dürfe, könne er Motor für Konjunktur und Beschäftigung bleiben. Im Frühjahr wollen Staatsregierung, Bund und Landeshauptstadt als Eigentümer entscheiden, ob sie die dritte Bahn wollen. In diesem Fall würde es in München einen neuen Bürgerentscheid geben.

Projekt ist politisch umstritten

Das Projekt ist politisch umstritten. Der Aufsichtsratschef und bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) betonte jetzt erneut: "Wir brauchen die dritte Startbahn, um den wachsenden Flugverkehr in Bayern zu bewältigen."

Der Freie-Wähler-Abgeordnete Benno Zierer widersprach: Das Plus bei den Flugbewegungen auf mehr als 1050 täglich sei mit Subventionen befeuert und "bildet keinen nachhaltigen Bedarf an neuen Reisemöglichkeiten ab".

Von: ch, mit Material von dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Gebäude am Airport Bern. Bern setzt Ausbauphase wegen Skywork-Insolvenz aus

    Mit der Skywork-Pleite verliert der Flughafen Bern seine wichtigste Kundin. Jetzt passt der Airport sein Geschäftsmodell an. Der geplante Ausbau pausiert erst einmal und auch Jobs fallen weg.

    Vom 21.09.2018
  • Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Fraport-Chef Schulte reagiert auf Spohr-Vorschlag

    Lufthansa-Chef Spohr bringt als mögliche Antwort auf die Probleme im Luftverkehr eine Deckelung der Eckwerte ins Gespräch. Fraport-Chef Schulte erteilt dem eine Absage und skizziert, wann Frankfurt wie wachsen will.

    Vom 13.09.2018
  • Ein Airbus A319 von Alitalia. Easyjet gibt "Interessensbekundung" für Alitalia ab

    Alitalia fliegt nur noch wegen eines Staatskredits - nun macht die EU beim Verkauf Druck. Auch damit das Darlehen nicht in Gefahr gerät, geben Interessenten neue Angebote ab. Insgesamt gibt es drei Offerten.

    Vom 01.11.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus