Insolventer Flughafen Lübeck soll im Juni verkauft sein

11.05.2016 - 12:51 0 Kommentare

Das Ringen um die Zukunft des Lübecker Flughafens geht weiter. Jetzt übernimmt einer der Kaufinteressenten die Betriebskosten bis Ende Juni - und verschafft so dem Insolvenzverwalter noch einmal Luft.

Klaus Pannen - © © dpa - Daniel Reinhardt

Klaus Pannen © dpa /Daniel Reinhardt

Die Verhandlungen zum Verkauf des Lübecker Flughafens Blankensee sind noch nicht abgeschlossen. Es gebe noch immer vier Interessenten, doch mit einem davon verhandele er sehr intensiv mit dem Ziel einer baldigen Übergabe, sagte jetzt der Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Er hoffe, dass es im Juni zu einem Vertragsabschluss kommen werde.

Pannen bestätigte, dass sich einer der Interessenten bereiterklärt habe, ab Mitte Mai die Betriebskosten des Flughafens zu übernehmen. "Dadurch ist der Weiterbetrieb des Flughafens bis Ende Juni gesichert", sagte er. Er sprach von sehr konstruktiven Gesprächen mit einem Investor bezüglich einer Übernahme des Flughafens. "Das würde einen vollständigen Erhalt der bisherigen Infrastruktur bedeuten", sagte der Insolvenzverwalter.

Linienflugbetrieb ist seit April eingestellt

Zu Gerüchten, wonach der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker die Betriebskosten vorstrecke, wollte Pannen keine Stellung nehmen. Auch Stöcker selbst machte dazu keine Angaben.

Stöcker, einer der Interessenten für den Flughafen, bestätigte jedoch, dass er intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter führe und hoffe, den Zuschlag zu erhalten. Er wolle den Flughafen und die Betriebsgenehmigung unbedingt erhalten, weil beides wichtig für Lübeck sei, sagte Stöcker. Sein Unternehmen Euroimmun liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens.

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Am Airport Lübeck startet der vorerst letzte Linienflug

Seit dem Rückzug der Billigfluggesellschaft Wizz Air Mitte April gibt es am Regionalflughafen Lübeck keinen Linienflugbetrieb mehr - und somit auch keine Einnahmen. Um die noch verbliebenen 31 Mitarbeiter und den Betrieb des Flughafens weiter bezahlen zu können, hatte Pannen zuletzt ein Grundstück am Flughafen verkauft. Der Erlös daraus ist Mitte Mai aufgebraucht.

Der Airport hatte im September 2015 bereits zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen, weil der chinesische Investor Chen Yongquiang den Geldhahn zugedreht hatte. Seither sucht Pannen einen neuen Investor und hat die Frist zum Vertragsabschluss bereits mehrfach verlängert.

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Viele verschiedene Airlines waren in diesem Sommer am Himmel zu sehen - hier 15 von ihnen plus die verschwundene Air Berlin. So performten die Airlines im Sommer

    Bilanz 30 Prozent mehr Flüge als im Sommer 2017 haben die 15 wichtigsten Airlines auf dem deutschen Markt in diesem Sommer angeboten. Gleichzeitig wuchsen auch die Probleme massiv. Mit schweren Folgen.

    Vom 26.10.2018
  • Airbus A319 der Germania Airports setzen weiter auf Germania

    Die deutschen Flughäfen bauen trotz der akuten Finanznot weiter auf Germania. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von airliners.de unter den Airports, an denen der Ferienflieger operiert. Der Optimismus hat auch mit Air Berlin zu tun.

    Vom 11.01.2019

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus