Flughafen Köln/Bonn sieht sich als Vorreiter in Deutschland

22.01.2016 - 17:10 0 Kommentare

Der Flughafen Köln/Bonn hat schon früh auf Lowcost gesetzt. Dass die Eurowings-Langstrecke gerade hier startet, ist für Flughafenchef Michael Garvens kein Zufall: Köln/Bonn sieht er als Blaupause für die Flughafen-Zukunft in ganz Deutschland.

Passagiere am Flughafen Köln/Bonn.

Passagiere am Flughafen Köln/Bonn.
© Köln Bonn Airport

Zwei Flugbegleiterinnen der Eurowings stehen vor einer A330 am Flughafen Köln/Bonn.

Zwei Flugbegleiterinnen der Eurowings stehen vor einer A330 am Flughafen Köln/Bonn.
© dpa - Oliver Berg

Ein Airbus A319 der Germanwings landet auf dem Flughafen Köln-Bonn.

Ein Airbus A319 der Germanwings landet auf dem Flughafen Köln-Bonn.
© dpa - Oliver Berg

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen K

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen K
© K

Orientierungsschilder am Flughafen Köln/Bonn.

Orientierungsschilder am Flughafen Köln/Bonn.
© airliners.de - David Haße

Blick vom Vorfeld auf den Flughafen Köln-Bonn

Blick vom Vorfeld auf den Flughafen Köln-Bonn
© Köln Bonn Airport

Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Köln/Bonn.
© dpa - Oliver Berg

Cargo Center am Flughafen Köln/Bonn

Cargo Center am Flughafen Köln/Bonn
© Köln/Bonn Airport

UPS-Leitwerke am Flughafen Köln-Bonn

UPS-Leitwerke am Flughafen Köln-Bonn
© AirTeamImages.com - TT

Drei Boeing 777F der Fedex stehen am Flughafen Köln/Bonn.

Drei Boeing 777F der Fedex stehen am Flughafen Köln/Bonn.
© Köln/Bonn Airport

Der Flughafen Köln/Bonn hat ein gutes Jahr hinter sich. Die Passagierzahlen sind um über neun Prozent gestiegen – weit mehr als an den allermeisten anderen deutschen Flughäfen. Flughafenchef Michael Garvens sieht darin im Gespräch mit airliners.de keinen Zufall sondern kontinuierliche Arbeit und das Verfolgen einer klaren Strategie.

"Als ich vor dreizehn Jahren in Köln/Bonn angetreten bin, habe ich das Billigflug-Segment als Wachstumssegment für diesen Flughafen ausgemacht", blickt Garvens zurück. Bis heute habe sich an dieser Einschätzung nichts grundsätzlich geändert – ganz im Gegenteil: "Der Start von Eurowings auf der Langstrecke von Köln/Bonn aus beweist, wie richtig die Lowcost-Strategie für den Standort ist."

Zur Person

Michael Garvens

Michael Garvens wurde 1958 im niedersächsischen Hittfeld geboren und war davor unter anderem bei Hapag-Lloyd und der Globeground. Seit 2002 ist der Betriebswirt Geschäftsführer am Flughafen Köln/Bonn. Sein Vertrag wurde erst kürzlich vorzeitig bis 2022 verlängert.

Im "Sandwich" zwischen den Großflughäfen Düsseldorf und Frankfurt drohte dem ehemaligen Bonner Regierungsflughafen Anfang des Jahrtausends in der Tat, in Sachen Passagierverkehr langsam aber sicher in Richtung Bedeutungslosigkeit abzugleiten. Trotz einer Traumlage am Rande des Ruhrgebiets hatte der Flughafen 2002 nur etwas über fünf Millionen Passagiere, Tendenz rückläufig. Mit knapp zehn Millionen Passagieren fertigt Köln/Bonn heute fast doppelt so viele Reisende ab.

Der Grundstein für diesen Erfolg liegt laut Garvens ganz klar in der frühen Spezialisierung auf Lowcost-Verkehre: "Ich hatte damals mitbekommen, dass die Lufthansa einen Billigflieger starten wollte", erinnert sich der Flughafenchef. Allerdings sollte Germanwings eigentlich in Dortmund an den Start gehen. Aber Garvens konnte mit seiner Leidenschaft für den neuen Lowcost-Trend und viel Platz im Terminal überzeugen: der Lufthansa-Billigflieger startete am 27. November 2002 mit der Heimatbasis Köln/Bonn.

Heimatbasis für zwei neue deutsche Billigflieger

Dabei gab es damals sogar mehrere Interessenten: "Ich hatte Gespräche mit drei Lowcost-Airlines gleichzeitig angebahnt", erinnert sich der Flughafenchef. Als dann klar wurde, dass Lufthansa mit ihren Billigflieger nach Köln/Bonn kommt, habe zwar Virgin Express das Interesse verloren: "Aber mit Hapag Lloyd Express ist nur eine Woche nach Germanwings der zweite neue deutsche Billigflieger in Köln gestartet."

Jetzt wurde Köln/Bonn wieder für einen Neustart ausgewählt: Vom Erfolg der neuen Lowcost-Langstrecken der Eurowings ist Garvens trotz der Startprobleme in Sachen Pünktlichkeit überzeugt: "Das wird Eurowings hinbekommen." Er prognostiziert nicht zuletzt wegen der Vielzahl der geplanten neuen Interkontinentalangebote bei Eurowings auch für das laufende Jahr für seinen Flughafen wieder ein Passagierwachstum von rund zehn Prozent.

Im vergangenen Jahr kam das Wachstum in Köln dagegen noch vor allem durch Ryanair. Europas größte Lowcost-Airline hatte Ende 2014 am Platz eine Basis eröffnet und mittlerweile drei Flugzeuge vor Ort stationiert. Damit wurde Köln/Bonn wieder einmal zum Vorreiter unter den großen Flughäfen - denn zuvor hatte der irische Lowcost-Gigant zumindest hierzulande Primärflughäfen eher gemieden. Aber damit nicht genug: Mit der täglich mehrfach angebotenen Rotation nach Berlin nahm Ryanair ab Köln zuletzt auch wieder innerdeutsche Flüge neu mit ins Programm.

Der Flughafen Köln/Bonn

Der Flughafen Köln/Bonn boomt: 2015 konnte der Airport sowohl bei den Passagierzahlen als auch beim Frachtaufkommen zulegen. Breit aufgestellt mit verschiedenen Lowcost-Airlines am Platz sowie Umschlagzentren aller drei großen Fracht-Integrater UPS, FedEx/TNT und DHL geht es dem Flughafen auch wirtschaftlich gut: Er gehört zu den wenigen Flughäfen in Deutschland, die Gewinne erwirtschaften.

Ein echter Lowcost-Hub

Dabei bekommt Ryanair in Köln/Bonn sogar die Rolle eines Langstreckenfeeders: "Wir sehen, dass das Thema Lowcost-Umsteigeverkehr bei uns funktioniert", freut sich Garvens. Nach seinen Angaben gibt es Passagierströme in signifikanten Größenordnungen, die sich ihre Umsteigeverbindung selbst zusammenstellen und etwa mit Ryanair zum Eurowings-Langstreckenflug nach Köln anreisen: "Das versuchen wir gerade, durch Umfragen genauer zu quantifizieren", so Garvens.

Genau zählen könne man dagegen schon heute den Eurowings-internen Zubringer-Anteil: "Rund ein Drittel der Passagiere auf den neuen Eurowings-Langstreckenverbindungen steigen hier um", sagt der Flughafenchef und sieht damit schlussendlich seine Vision eines weltumspannenden Netzes aus Lowcost-Zubringerabkommen zwischen verschiedenen Airlines in greifbarer Nähe: "Wir sind tatsächlich ein echter Lowcost-Hub geworden."

Vorreiter in Deutschland

In Deutschland nimmt der Flughafen Köln/Bonn damit nach Garvens Ansicht die Entwicklung vieler andere Flughäfen vorweg: Man müsse nur nach Großbritannien schauen, um zu sehen, wie richtig die Strategie in Köln sei. Dort habe sich Flag-Carrier British Airways mehr oder weniger auf ein Drehkreuz zurückgezogen. Flughäfen wie etwa Manchester würden dagegen von einem breiten Angebot anderer Airlines profitieren, die zu einem Großteil dem Lowcost-Segment zuzuordnen sein.

"Die Konzepte der britischen Flughäfen von heute sind die Konzepte der deutschen Flughäfen von morgen", ist sich der Flughafenchef sicher. Entsprechend zuversichtlich blickt Garvens nun in die weitere Zukunft: "Köln-Bonn ist schon heute eine Nasenlänge voraus."

Von: dh
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