Flughafen Köln/Bonn erwartet Minus von 20 Millionen Euro für 2019

01.07.2019 - 12:21 0 Kommentare

Der Flughafen Köln/Bonn hat seine Jahreszahlen für 2018 vorgelegt und muss einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen. Für dieses Jahr rechnet der Airport mit acht Prozent weniger Passagieren und einem deutlichen finanziellen Verlust.

Blick auf den Flughafen Köln/Bonn. - © © dpa -

Blick auf den Flughafen Köln/Bonn. © dpa

Der Flughafen Köln/Bonn prognostiziert trotz gestiegener Fracht- und Passagierzahlen im Vorjahr keinen guten Zahlen für 2019. Das geht aus einer Unternehmensmitteilung hervor. Der Airport rechnet nur noch mit 12 Millionen Passagieren, was einem Rückgang von acht Prozent entspricht. Dies sei durch Angebotsreduzierungen verschiedener Airlines sowie den Weggang der Eurowings-Langstrecke bedingt. Der Lufthansa-Billigflieger hatte seine Airbus A330-Flüge nach Düsseldorf verlagert.

Der Verlust von Fluggästen wird sich laut Airport auch deutlich negativ auf das Wirtschaftsergebnis auswirken: Es wird ein Verlust von rund 20 Millionen Euro prognostiziert. Darin sind zehn Millionen Euro zur Rückführung der Personalkosten enthalten.

2020 will der Flughafen wieder ein positives Ergebnis erzielen.

Plus beim Umsatz aber Rückgang beim Gewinn

In den beiden Geschäftsfeldern Passage und Fracht konnte der Flughafen letztes Jahr indes neue Rekordwerte erzielen. Wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht, nutzten letztes Jahr fast 13 Millionen Fluggäste den Airport, ein Plus von rund 600.000 oder fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umschlag von Luftfracht wurde um zwei Prozent auf rund 860.000 Tonnen gesteigert.

Die Umsatzerlöse lagen 2018 bei knapp 334 Millionen Euro, was einem Plus von 2,6 Prozent entspricht. Der Jahresüberschuss sank auf nur noch 936.000 Euro nachdem er 2017 noch bei 3,8 Millionen Euro gelegen hatte. Als Gründe hierfür nennt der Flughafen unter anderem höhere Sanierungskosten für die Start- und Landebahn sowie einen Anstieg der Personalkosten.

Investitionen 2018 verdoppelt

Die 2018 getätigten Investitionen haben sich laut Mitteilung im Vergleich zum Vorjahr mit über 91 Millionen mehr als verdoppelt. Auch hier ist der Anstieg insbesondere auf die Erneuerung der großen Startbahn sowie den Ersatz-Neubau einer Frachthalle zurückzuführen.

Die Bilanzsumme umfasste im abgelaufenen Geschäftsjahr gut 785 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank um 7,8 Prozent auf rund 48 Millionen Euro, die EBITDA-Marge lag bei 14 Prozent. Flughafenchef Johan Vanneste strebt eine deutlich höhere Profitabilität an, um mehr Investitionen zu ermöglichen. “Langfristiges Ziel ist eine Marge von 30 Prozent“, sagte er.

© airliners.de, Lesen Sie auch: "Wir geben das Thema Langstrecke in Köln/Bonn nicht auf" Interview

Das Eigenkapital des Unternehmens betrug zum Stichtag (31.12.2018) 278,9 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 35,5 Prozent.

Ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der finanziellen Situation ist laut Flughafenmitteilung die Sanierung des Bodenverkehrsdienstes, der 2018 einen Verlust von rund 16 Millionen Euro erwirtschaftet hat. Bis September soll hier eine Lösung gefunden sein. Die Geschäftsführung führe dazu Gespräche mit den Tarifparteien und dem Betriebsrat.

Von: hr
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