Flughafen Kassel-Calden mit Winterbetrieb auf Sparflamme

09.06.2016 - 15:02 0 Kommentare

Am Kassel Airport wird es im kommenden Winter kein regelmäßiges Flugprogramm geben. Lediglich Sonder- und Frachtflüge sollen stattfinden. Nun soll am Sommerflugplan 2017 gearbeitet werden.

Ein Einbahnstraßenschild vor dem Kassel-Airport in Calden. - © © dpa - Uwe Zucchi

Ein Einbahnstraßenschild vor dem Kassel-Airport in Calden. © dpa /Uwe Zucchi

Vom umstrittenen Regionalflughafen Kassel-Calden werden im Winter keine regelmäßigen Ferienflieger mehr starten. Der Flughafen habe in Verhandlungen mit mehreren Fluggesellschaften das geforderte finanzielle Risiko nicht tragen können, sagte Flughafenchef Ralf Schustereder am Donnerstag. Einzelne Sonderflüge sowie Frachtflüge seien aber ganzjährig geplant.

Die von der hessischen Landesregierung geforderte Reduzierung des Defizits von zehn Prozent pro Jahr werde dennoch erreicht, da das Soll für 2015 übererfüllt worden sei. Nach 8,1 Millionen Miesen im Jahr 2014 war das Minus im vergangenen Jahr auf rund 6,1 Millionen Euro zurückgegangen.

In diesem Sommer bietet die Fluggesellschaft Germania noch regelmäßige Flüge nach Kreta, Antalya und Palma de Mallorca an.

"Wir konzentrieren uns jetzt mit unseren Partnern gemeinsam auf eine ambitionierte Planung für den Sommer 2017", teilte Schustereder mit. Ziel sei weiterhin, gemeinsam mit den Airlines Ganzjahresziele ab Kassel zu etablieren, die über den Sommerflugplan hinaus in den kommenden Wintern weiter geflogen werden können. Zusätzlich zu den touristischen Flugangeboten soll der Frachtbereich als zweites Standbein aufgebaut werden.

© dpa, Uwe Zucchi Lesen Sie auch: Kosten für Flughafen Kassel-Calden steigen weiter an

Der Bau des mittlerweile 282 Millionen Euro teuren Airports war umstritten, der defizitäre Flughafen steht seit seiner Eröffnung 2013 in der Kritik. Die schwarz-grüne Landesregierung will den Airport im nächsten Jahr auf den Prüfstand stellen. Im schlimmsten Fall könnte ihm dann das Aus drohen: "Sollte diese Evaluierung nicht zu einem positiven Ergebnis kommen, wird ausdrücklich keine mögliche Maßnahme ausgeschlossen", heißt es im Koalitionsvertrag.

Von: gk, dpa
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