Flughafen Kassel-Calden könnte Anteilseigner verlieren

26.02.2016 - 14:47 0 Kommentare

Das Defizit am Flughafen Kassel-Calden drückt auch auf den Haushalt der Gemeinde Calden. Sie will nun ihre Anteile am Airport deutlich reduzieren. Sollte das nicht machbar sein, droht sie laut einem Medienbericht mit dem kompletten Ausstieg.

Passagiere gehen zum Terminal des Flughafens Kassel-Calden. - © © dpa - Uwe Zucchi

Passagiere gehen zum Terminal des Flughafens Kassel-Calden. © dpa /Uwe Zucchi

Die Gemeinde Calden will ihre Anteile am Flughafen Kassel-Calden reduzieren. Sollte dies nicht gelingen, ist auch ein kompletter Rückzug möglich. Juristische Schritte sind dabei nicht ausgeschlossen, berichtete die "HNA".

Hintergrund des Ganzen: Calden ist mit sechs Prozent am Airport beteiligt und muss für dessen Defizit mit geradestehen. Bislang konnte die Gemeinde dieses getrennt vom eigenen Haushalt ausweisen. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss, heißt es im Bericht. Deshalb sei die Reduzierung auf ein Prozent oder der komplette Ausstieg beschlossen worden.

Das Land Hessen war der Gemeinde bereits entgegengekommen. Angesichts ihrer angespannten Haushaltssituation sind ab diesem Jahr die anfallenden Kosten für den Flughafenbetrieb gedeckelt - bis zu einer Höhe von 450.000 Euro.

Neben der Gemeinde Calden hält das Land Hessen hält 68 Prozent der Anteile der Flughafen-Betreibergesellschaft. Je 13 Prozent halten Stadt und Landkreis Kassel.

Der 2013 in Betrieb gegangene Flughafen Kassel-Calden hatte im Eröffnungsjahr ein Minus von rund 6,8 Millionen Euro verzeichnen müssen, 2014 waren es zirka 8,1 Millionen Euro. Für 2015 hatte das Land ein Minus von höchstens 7,2 Millionen Euro vorgegeben. Genaue Zahlen will der Airport im Sommer bekanntgeben. Im Jahr 2022 rechnet der Flughafen erstmals mit einem positiven Betriebsergebnis von 180.000 Euro. Bereits 2014 hatte die Gemeinde Calden eingeschätzt, die Belastungen durch den Airport auf Dauer nicht tragen zu können.

Laut Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen soll der Flughafen Kassel-Calden 2017 eingehend auf den Prüfstand kommen. Dabei sollen nicht nur Sparerfolge sondern auch die absehbaren Entwicklungsperspektiven kritisch überprüft werden. Im schlimmsten Fall könnte Kassel-Calden dann das Aus drohen: "Sollte diese Evaluierung nicht zu einem positiven Ergebnis kommen, wird ausdrücklich keine mögliche Maßnahme ausgeschlossen", heißt es im Koalitionsvertrag.

Der Flughafen Kassel-Calden (KSF)

Der Flughafen Kassel-Calden, der sich seit Beginn des vergangenen Jahres als Kassel Airport vermarktet, hat bis heute mit mangelnder Auslastung zu kämpfen. In der Planungszeit waren dem Flughafen 640.000 Passagiere für das Jahr 2020 prognostiziert worden, mittlerweile geht die aktualisierte Zehnjahresprognose für das Jahr 2024 von nur noch 497.000 Passagieren aus. 2015 wurden rund 65.000 Passagiere gezählt. Kassel-Calden war im April 2013 eröffnet worden. Der Airport kostete 271 Millionen Euro - könnte wegen Nachforderungen von Bauunternehmen aber noch einmal um bis zu 14 Millionen Euro teurer werden.

Von: gk
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