Flughafen Hamburg reagiert auf Kritik an Pünktlichkeitsoffensive

20.04.2017 - 17:20 0 Kommentare

Am Airport Hamburg soll seltener nach 23 Uhr gelandet und gestartet werden. Darauf haben sich einige Airlines mit dem Flughafen geeinigt. Eine Bürgerinitiative kritisiert diese Pünktlichkeitsoffensive. Der Flughafen äußert sich dazu.

Blick auf den Hamburg Airport. - © © dpa - Axel Heimken

Blick auf den Hamburg Airport. © dpa /Axel Heimken

Der Airport Hamburg hat auf die Kritik der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) bezüglich der Pünktlichkeitsoffensive reagiert. Bei letzterer würden die größten Airlines am Platz mitmachen, sagte eine Airport-Sprecherin auf Anfrage von airliners.de. Diese Fluggesellschaften würden in der Hansestadt mehr Verkehr abwickeln, darum komme es bei diesen Airlines auch eher zu Verspätungen.

Die Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) hatte die vor rund einem Jahr gestartete freiwillige Aktion kritisiert. Ausgerechnet jene Fluggesellschaften würden die Liste der Starts und Landungen nach 23 Uhr anführen, die sich freiwillig dazu verpflichtet hätten, das möglichst zu vermeiden, kritisierte BAW-Sprecher und Sprecher des länderübergreifenden Arbeitskreis Luftverkehr bei der Umweltorganisation BUND, Martin Mosel.

Die Pünktlichkeitsoffensive soll dazu beitragen, dass die Airlines mehr Puffer einplanen und so Verspätungen wieder wettmachen beziehungsweise vermeiden können. Mitglieder sind beispielsweise Lufthansa, Condor, Easyjet und seit Kurzem auch Air France-KLM.

© Flughafen Hamburg, Michael Penner Lesen Sie auch: Weitere Maßnahmen gegen Fluglärm in Hamburg gestartet

Nach Angaben der Initiative führt Germanwings die Rangliste der Verspätungsflüge zwischen 23 und 24 Uhr im Jahr 2016 mit 159 Landungen und 14 Starts an, gefolgt von Air Berlin mit 133 Landungen und 13 Starts. Vom Airport Hamburg hieß es dazu: "Wir führen keine Liste."

Am Flughafen Hamburg gilt in der Zeit von Mitternacht bis sechs Uhr morgens ein Nachtflugverbot. Für den Zeitraum zwischen 23 Uhr und Mitternacht gibt es eine Verspätungsregel. Für jede verspätete Landung und für jeden verspäteten Start wird bei den Fluglärmentgelten ein Aufschlag zwischen 150 und 300 Prozent für die Airline fällig.

Umweltsenator will Regelung besser durchsetzen

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan hatte kürzlich bei der Durchsetzung des Nachtflugregelungen Defizite eingeräumt. "Da sind wir im Moment noch nicht gut genug", sagte der Grünen-Politiker. Vom Fluglärm betroffen sind nach BUND-Angaben in Hamburg und im Umland rund 200.000 Menschen. Die Umweltbehörde geht dagegen davon aus, dass im Ballungsraum Hamburg nur knapp 50.000 Menschen eine Belastung von mehr als 55 Dezibel (A) aushalten müssen.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Bündnis 90/die Grünen) Foto: © dpa, Christophe Gateau

Kerstan bezeichnete die BUND-Zahlen in Teilen als nicht seriös, weil auch Rettungsflüge und Hubschraubereinsätze der Polizei mitgezählt worden seien. "Die Zahl der Nächte ohne Flugbewegungen nach 23 Uhr ist deutlich höher als das, was der BUND dargestellt hat." Mosel wies Kerstans Kritik an den vorgelegten Zahlen zurück: "Mitnichten wurden von uns Hubschrauber-Rettungsflüge in die Statistik einbezogen." Vielmehr gehe es etwa um Leerflüge, Frachtflüge, private Taxiflüge oder Militärflüge.

Grünen-Politiker Kerstan sagte, seine Behörde sei bereits dabei, die Bußgelder für Fluglinien deutlich zu erhöhen und auch Gewinne abzuschöpfen, "wo wir den Eindruck haben, dass nicht seriös gearbeitet wird". Er bezog sich dabei auf zu knapp angelegte Flugpläne und vermeidbare Verspätungen.

Von: ch, dpa
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