Flughafen Hahn will Kerosin-Versorgung verbessern

31.07.2006 - 10:00 0 Kommentare

Hahn/Hamburg (ddp-rps). Der Flughafen Hahn-Frankfurt im Hunsrück ist gut im Geschäft und verzeichnet stetig steigende Wachstumsraten. Das Fracht und Passagieraufkommen erhöht sich jährlich um durchschnittlich 30 Prozent. Da wird das 1,5 Millionen Liter Kerosin fassende Tanklager der Airports offenbar langsam zu klein. Es soll erweitert oder völlig neu konzipiert werden. Dabei ist eine Anbindung an eine militärische Pipeline im Gespräch.

as derzeitige Tanklager gehört der Flughafengesellschaft und ist an die Shell AG vermietet. Die BP AG besitzt einen so genannten Durchsatzvertrag. Zur Kerosinversorgung des Hahns sind täglich durchschnittlich 15 Tankwagen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 35 000 Litern unterwegs. Sie kommen aus Köln oder aus der Nähe von Mainz.

Das neue Projekt «Tanklager» sei in mehreren Optionen mit Hinweisen auf eine Pipelineanbindung ausgeschrieben worden, bestätigte Airport-Geschäftsführer Jörg Schumacher. Die Ausschreibungsfrist ende in dieser Woche.

Schuhmacher geht davon aus, dass die Lagerkapazität für Kerosin um 50 Prozent erhöht werden muss, um künftigen Anforderungen gegenüber gewappnet zu sein. Eine Versorgung über eine Pipeline könne die Gefahrguttransporte im Hunsrück einschränken. «Natürlich muss sich das auch für die Erdölgesellschaften rechnen», gab Schuhmacher zu.

Gedacht ist dabei an die so genannte NATO-Pipeline. Das ist ein 5500 Kilometer umfassendes Netz mit der Bezeichnung Central European Pipeline Systems (CEPS), das in Deutschland von der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG) in Bonn im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums verwaltet wird und auch zivil genutzt werden kann. Die Anbindung des Hahn an eine bereits aus den Benelux-Ländern nach Frankfurt führenden Pipeline sei jederzeit möglich, bestätigte der Technische Prokurist Holger Augustin. Notwendig sei jedoch der Bau einer neuen Stichleitung, da eine alte noch liegende Rohrleitung, mit der früher der amerikanische Militärflughafen Hahn versorgt wurde, heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werde.

Die Stichleitung hätte je nach Standort eines neuen oder eines erweiterten Tanklagers auf dem Hahn eine Länge zwischen drei und acht Kilometern. Die Kosten beliefen sich nach Schätzungen der FBG auf bis zu fünf Millionen Euro und müssten offenbar von beteiligten Erdölgesellschaften getragen werden.

Angaben der Shell AG und der BP AG zufolge werden deutschlandweit bisher nur die Flughäfen Frankfurt, Hannover, Köln und München über Pipelines versorgt. Köln und Frankfurt seien dabei an das CEPS angebunden.

Wir stehen einer Pipeline am Hahn grundsätzlich offen gegenüber, sagte der zuständige Projektmitarbeiter der Shell AG in Hamburg, Jürgen Kuper. Es gebe jedoch noch erheblichen Diskussionsbedarf über die Bedingungen. Kuper erinnerte daran, dass Flughäfen wie beispielsweise Düsseldorf mit einem vier- bis fünffach höheren Kerosinbedarf als Hahn immer noch mit Tanklastwagen versorgt würden. Die Shell AG wolle erst einmal die Ausschreibungsergebnisse abwarten und werde sich in mehreren Monaten genauer äußern.

Ähnlich sieht es die BP AG. Wir würden es begrüßen, wenn der Flughafen im Hunsrück in absehbarer Zeit an eine Pipeline angebunden würde, sagte der Leiter des BP Luftfahrtgeschäftes in Hamburg, Wilhelm Sanders. Man sei für sicherere Verbindungen und eine Pipeline sei momentan das sicherste. «Ausschlaggebend bleiben aber letztlich die zu erzielenden wirtschaftlichen Ergebnisse».

Von: ddp
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