Flughafen Hahn: Unterlegene Bieter drohen mit Klage gegen das Land

02.01.2017 - 11:27 0 Kommentare

Neues vom Flughafen Hahn: Zum einen ist die erste Rate eines Landesdarlehens unlängst ausgezahlt worden. Zum anderen sprechen im Verkaufsprozess unterlegene Bieter von ungleichen Bedingungen und drohen mit einer Klage.

Ein Einbahnstraßenschild am Airport Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Ein Einbahnstraßenschild am Airport Hahn. © dpa /Thomas Frey

Der angeschlagene Hunsrück-Flughafen Hahn hat die erste Rate eines 34-Millionen-Euro-Darlehens des Landes Rheinland-Pfalz bekommen. Mit Buchung vom 19. Dezember seien 1,3 Millionen Euro ausgezahlt worden, teilte der rheinländ-pfälzische Innenstaatssekretär Randolf Stich in einem jetzt veröffentlichten Schreiben an Landtagspräsident Hendrik Hering (beide SPD) mit.

Umgekehrt habe der Flughafen auch schon die ersten Zinsen dafür überwiesen. Damit bleibt er vorerst liquide. Für die Auszahlung weiterer Kreditraten müssen Wirtschaftsprüfer mit Blick auf das laufende Hahn-Verkaufsverfahren erneut ihre positive Fortführungsprognose für den Airport prüfen. Die Rückzahlungen des Darlehens kommen auf den Käufer zu.

Der aus dem Verkaufspoker um den Airport geworfene chinesische Investor Jonathan Pang und sein Rüsselsheimer Partner Cargo Movers GmbH drohen unterdessen Rheinland-Pfalz mit einer Klage. Beide akzeptieren die Absage laut dem "Trierischen Volksfreund" nicht, weil die Bieter ungleich behandelt worden seien, wie es in einem Anwaltsschreiben heißt.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Flughafen Hahn wird zu Damoklesschwert für Landesregierung

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kritisieren Pang und Cargo Movers etwa, nicht alle Unterlagen für ein fundiertes Angebot bekommen zu haben. Sie pochen auf einen Wiedereintritt ins Bieterverfahren, für das sie schon eine fünfstellige Summe investiert hätten. Öffentlich äußerten sie sich nicht dazu.

Noch drei Bieter im Rennen

Das Mainzer Innenministerium sprach dagegen von gleichen Bedingungen für alle Bieter. Details seien vertraulich. Drei Interessenten sind noch im Rennen: die Firma ADC mit dem chinesischen Partnerkonzern HNA, das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die kasachische MG Holding. Das Innenministerium bekräftigte: "Es ist davon auszugehen, dass bis Mitte Januar feststehen dürfte, ob und mit wem abschließende Verhandlungen geführt werden können."

Der defizitäre Flughafen Hahn gehört größtenteils dem Land Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen. Pang hatte 2007 bereits den Airport Schwerin-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern übernommen - bislang allerdings ohne großen Erfolg.

Von: dpa, gk
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