Flughafen Hahn kann Minus bei Fluggästen und Fracht nicht stoppen

30.04.2014 - 15:55 0 Kommentare

Weniger Passagiere, weniger Frachtverkehr: Der Flughafen Hahn kann im ersten Quartal keine Trendwende landen. Ein Wiedereinstieg der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport ist für Hessens Regierungschef wenig chancenreich.

Passagiere stehen im Terminal des Flughafens Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Passagiere stehen im Terminal des Flughafens Hahn. © dpa /Thomas Frey

Die Passagierzahlen und der Frachtverkehr am Flughafen Hahn sind weiter im Sinkflug. Die Zahl der Fluggäste ging von Januar bis März auf knapp 404.000 zurück, das war ein Minus von 6,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2013, berichtete der Flughafenverband ADV. Der gesamte Frachtverkehr brach um rund ein Drittel auf fast 30.000 Tonnen ein. Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen nach dem vorläufigen Ergebnis knapp elf Millionen Euro Verlust eingefahren, fast doppelt so viel wie 2012. Ein Sanierungsplan soll wieder für Aufwind sorgen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sieht wenig Chancen für einen Wiedereinstieg der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport am Hahn. «Ich kenne keinen Vorschlag, der nicht von vornherein dazu führt, dass man weiter Geld verliert», sagte er am Mittwoch beim Besuch der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion in Mainz. Auf Bitten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) werde ein erneutes Engagement nochmals geprüft.

CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner sagte, es erweise sich für die rot-grüne Landesregierung als sehr schmerzlicher Fehler, die Fraport aus dem Hahn herausgedrängt zu haben. Fraport stieg 2009 aus. Der Flughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz, zu 17,5 Prozent Hessen.

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Bei den Passagierzahlen musste der Airport im vergangenen Jahr ein Minus von 4,4 Prozent im Vergleich zu 2012 auf fast 2,7 Millionen verkraften. Der Frachtverkehr brach um rund ein Viertel auf etwa 153.000 Tonnen ein. Hahn ist damit nach eigenen Angaben der fünftgrößte Frachtflughafen in Deutschland.

Die Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn veröffentlichte am Mittwoch die Zahlen des ersten Quartals unter Verweis auf die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Die Passagierzahlen wären nach Angaben der Initiative noch schlechter ausgefallen, wenn nicht rund 21.000 US-Soldaten im Zusammenhang mit dem Rückzug des US-Militärs aus Afghanistan zurück in die Heimatgarnisonen geflogen worden seien und auf dem Hahn zwischengelandet wären. Eine Flughafen-Sprecherin sagte, es gebe keine speziell ausgewiesene Zahl für US-Soldaten in der Statistik.

Von: dpa
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