Flughafen Hahn rechnet mit Jahresdefizit von rund 16 Millionen Euro

08.12.2015 - 10:40 0 Kommentare

Auch das Jahr 2015 wird der Flughafen Hahn mit tiefroten Zahlen abschließen. Das Defizit wird gut 16 Millionen Euro betragen, sagt Aufsichtsratschef Barbaro. Dabei geht es bei den Passagierzahlen bergauf.

Salvatore Barbaro (SPD), Finanzstaatssekretär von Rheinland-Pfalz - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Salvatore Barbaro (SPD), Finanzstaatssekretär von Rheinland-Pfalz © dpa /Fredrik von Erichsen

Der kriselnde Hunsrück-Flughafen Hahn verharrt in den roten Zahlen. Er werde dieses Jahr voraussichtlich mit einem Defizit von gut 16 Millionen Euro abschließen, sagte Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD) der "Allgemeinen Zeitung Mainz". Auch für 2016 sehe der Wirtschaftsplan ein Defizit von 15,7 Millionen Euro vor, ergänzte der rheinland-pfälzische Finanzstaatssekretär. Im Jahr 2014 hatte das Minus sogar 45,2 Millionen Euro betragen, allerdings einschließlich Sonderabschreibungen.

Für dieses Jahr rechnet der Flughafen Hahn zwar mit 2,6 Millionen Fluggästen. Das wären rund neun Prozent mehr als 2014, wie der Airport mitteilte. Allerdings ist die umgeschlagene Frachtmenge deutlich zurückgegangen. Im März hatte der Airport den größten Frachtkunden, die chinesische Fluggesellschaft Yangtze River Express, verloren. Yangtze River Express war mit rund 30 Prozent Frachtaufkommen der größte Kunde des Flughafens. Und im vergangenen Dezember hatte sich Air China Cargo vom Flughafen Hahn zurückgezogen, im Januar wurde dieser Schritt dann endgültig bestätigt.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Flughafen Hahn zwischen Entlassungen und Hoffnungen

Der Airport im Hunsrück gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Beide Bundesländer wollen ihre Anteile am früheren US-Militärflughafen verkaufen. Die EU-Kommission in Brüssel hatte im vergangenen Jahr in zwei Beihilfeverfahren frühere Subventionen des Landes für den Airport gebilligt und so den Weg für einen Verkauf freigemacht. Brüssel duldet nur noch bis 2024 Betriebsbeihilfen für regionale Flughäfen. Zur Entschuldung wurden bereits landseitige Liegenschaften, die nichts mit dem Flugbetrieb zu tun haben, an den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung verkauft. Der Verkauf eines großen Grundstücks mit abrissreifen Gebäuden zieht sich allerdings derzeit in die Länge.

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Im September hatte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner eine Zukunftsidee für den Hahn ins Gespräch gebracht. Ein Technologiezentrum für die Luftfahrt könnte langfristig attraktive Investoren in den Hunsrück locken. "Dafür wäre ein Verbund mit Unternehmen wichtig, es könnte ein Pilotprojekt für die rheinland-pfälzische Wirtschaft sein", sagte sie damals.

Von: gk, dpa
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