Flughafen Hahn will Drehscheibe für Katastropheneinsätze werden

15.07.2015 - 09:09 0 Kommentare

Der Flughafen Hahn als Drehscheibe für Flüge in Katastrophengebiete - diese Idee hat jetzt Airport-Chef Markus Bunk geäußert. Er begründete den Vorschlag mit der "ausgezeichneten Ausgangslage".

Markus Bunk ist Geschäftsführer des Flughafens Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Markus Bunk ist Geschäftsführer des Flughafens Hahn. © dpa /Thomas Frey

Der Flughafen Frankfurt-Hahn bringt sich als Bereitschaftsstandort für Flüge in Katastrophengebiete ins Spiel. "Die rasche und flexible Arbeitsweise aller Partner am Standort in Verbindung mit der 24-Stunden-Betriebsgenehmigung bietet hier eine ausgezeichnete Ausgangslage", sagte Airport-Chef Markus Bunk der "Rhein-Zeitung".

Der Flughafen steckt tief in den roten Zahlen, 2014 lag das Minus inklusive Sonderabschreibungen bei 45,2 Millionen Euro. Zuletzt brach im ersten Halbjahr 2015 das Frachtgeschäft ein. Grund ist der Rückzug des größten Cargo-Kunden Yangzte River Express. Der ehemalige US-Fliegerhorst gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Beide wollen den Airport verkaufen.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Flughafen Hahn zwischen Entlassungen und Hoffnungen

"Passagier- und Frachtverkehr stellen sicherlich auch zukünftig die Grundlage des Geschäftsmodells dar", sagte Bunk dem Blatt weiter. Er sehe aber neue Geschäftsmöglichkeiten etwa als Standort, um besonders große Fracht zu befördern. "Erfahrungsgemäß dauert die Entwicklung von Geschäftsfeldern aber seine Zeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in einem hartumkämpften Markt bewegen", so der Flughafen-Chef.

Aber auch im Bereich der Krisenbereitsschaft gibt es Konkurrenz. So gibt es bereits seit 2006 am Flughafen Leipzig/Halle das NATO-Drehkreuz zum strategischen Lufttransport für schnelle Krisenreaktionseinsätze. Im Bedarfsfall schickt die Ruslan-Salis von Leipzig aus innerhalb kürzester Zeit bis zu sechs An-124 in politische und militärische Krisengebiete. Gleiches gilt für humanitäre Missionen zur schnellen Versorgung von Betroffenen bei Erdbebenkatastrophen oder Überschwemmungen.

Von: ch, dpa
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