Flughafen Hahn kann Bankschulden weiter abbauen

09.11.2016 - 14:00 0 Kommentare

Die Bankschulden des Flughafens Hahn sinken weiter. Anfang 2017 sollen sie nur noch bei rund 1,3 Millionen Euro liegen. Allerdings wird auch für dieses Jahr ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe erwartet.

Eine Ryanair-Maschine rollt am Tower des Flughafens Hahn vorbei. - © © dpa - Thomas Frey

Eine Ryanair-Maschine rollt am Tower des Flughafens Hahn vorbei. © dpa /Thomas Frey

Der angeschlagene Hunsrück-Flughafen Hahn ist zumindest bei Banken kaum noch verschuldet. Zugleich bleibt er aber hoch defizitär und seine Zukunft ungewiss - die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz seit 2014 nach und nach 121 Millionen Schulden auf Kosten der Steuerzahler übernommen hat, liegen die Verbindlichkeiten bei Banken derzeit nur noch bei vier Millionen Euro, wie Hahn-Sprecherin Hanna Koch mitteilte. "Diese werden im Laufe dieses Jahres weiter getilgt, so dass Anfang 2017 noch 1,3 Millionen Euro Darlehen zu verzeichnen sein werden. Für ein Unternehmen unserer Größenordnung sind dies sehr geringe Zahlen."

Allerdings hat der Flughafen mit mehr als 300 Beschäftigten 2015 ein Defizit von 17,4 Millionen Euro verbucht und erwartet auch 2016 einen Fehlbetrag in ähnlicher Höhe. Somit zehrt das Defizit das Eigenkapital auf. Zu dessen Höhe machte die Sprecherin keine Angaben. Es steckt zu einem großen Teil in den Immobilien.

"Der Flughafen kann sich derzeit aus eigenen liquiden Mitteln finanzieren", sagte Koch. Laut Hahn-Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro ist der Airport aber nur noch bis Ende November oder Anfang Dezember liquide. Dann müsse wohl eine erste Tranche eines staatlichen 34-Millionen-Euro-Kredits fließen.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Hahn-Chef: "Wir müssen halten, was wir haben"

Der Flughafen soll verkauft werden. Er gehört zum Großteil Rheinland-Pfalz, zum kleineren Teil Hessen. Sechs Interessenten hatten ein Angebot für den Kauf des Airports abgegeben. Bei allen sechs Konzepten ist ein Erhalt des Flugbetriebs vorgesehen. In wenigen Tagen soll feststehen, mit wem das Land konkret weiterverhandelt.

Von: dpa, gk
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