Fraport soll Bedarf für Terminal 3 noch einmal prüfen

04.03.2015 - 16:25 0 Kommentare

Hessens Verkehrsminister Al-Wazir hat heute ein Gutachten zum geplanten Terminal 3 am Flughafen Frankfurt vorgestellt. Fraport muss den Bedarf nun noch einmal prüfen.

Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) gibt am 04.03.2015 vor dem SPD-Sitzungssaal im hessischen Landtag in Wiesbaden ein Statement ab.

Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) gibt am 04.03.2015 vor dem SPD-Sitzungssaal im hessischen Landtag in Wiesbaden ein Statement ab.
© dpa - Christoph Schmidt

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Fraport AG

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
© Fraport AG

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) empfiehlt dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, den Bedarf für ein geplantes drittes Terminal noch einmal zu überprüfen. Al-Wazir stellte am Mittwoch im Wiesbadener Landtag die Ergebnisse von drei Gutachten im Auftrag der Regierung vor. Sie sollten feststellen, wie plausibel die Prognosen der Fraport AG zum künftigen Zuwachs an Passagieren und Flugbewegungen sind. Fraport hat Baurecht für ein drittes Abfertigungsgebäude an Deutschlands größtem Flughafen und will im Sommer mit den Arbeiten beginnen.

Die Fraport-Prognosen seien fachlich korrekt, sagte Al-Wazir. Allerdings wachse der Flugverkehr langsamer als erwartet. Eine Alternative sei, befürchtete Engpässe bei der Abfertigung zunächst durch Erweiterung des Terminals 1 abzuwenden. Die Kosten dafür bezifferte der Minister auf etwa 860 Millionen Euro, während das Terminal 3 mit mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen wird.

Fraport will Gutachten prüfen

Fraport hat nach der Veröffentlichung zugesagt, die Gutachten des Landes bei den Plänen zum Bau des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen bei der abschließenden Bewertung zu berücksichtigen. Nach einer ersten Einschätzung der vorgestellten Ergebnisse fühle sich Fraport aber in wesentlichen Punkten beim angenommenen Zuwachs des Passagieraufkommens an Deutschlands größtem Airport bestätigt, teilte der Flughafenbetreiber am Mittwoch in Frankfurt mit.

Die von Fraport in Auftrag gegebenen Gutachten gehen davon aus, dass am Frankfurter Flughafen bis zum Jahr 2021 mit einem Passagieraufkommen von 68 bis 73 Millionen zu rechnen ist. Die aktuelle Auslastungsgrenze der bestehenden Terminals von 64 Millionen Passagieren würde damit bis 2021 deutlich überschritten werden.

Die Fraport hat zwar Baurecht für ein drittes Abfertigungsgebäude an Deutschlands größtem Flughafen. Weil aber vor allem die Grünen an der Notwendigkeit eines neuen Terminals zweifeln, hatte sich die schwarz-grüne Koalition geeinigt, drei eigene Gutachten in Auftrag zu geben. Das Land Hessen ist größter Einzelteilhaber von Fraport und stellt drei Mitglieder des Aufsichtsrates. Dazu gehört auch der Grünen-Politiker Frank Kaufmann, der als erklärter Gegner von Terminal 3 gilt.

© dpa, Fraport AG Lesen Sie auch: Fraport-Chef hält drittes Terminal ab 2021 weiter für notwendig

Der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers, Stefan Schulte, hatte schon weit vor Abschluss der Gutachten Mitte Januar deutlich erklärt, dass im Sommer mit dem Bau des umstrittenen Terminals begonnen werden soll. Der Manager begründet die Notwendigkeit für Terminal 3 mit dem prognostizierten Verkehrswachstum und der besseren Abfertigung von Passagieren. Der auf 2,5 Milliarden Euro veranschlagte Bau soll 2021 fertig sein.

Von: dpa
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