Letztmals Passagierrekord?

Flughafen Dortmund in Turbulenzen

29.08.2008 - 22:06 0 Kommentare

Der Dortmund Airport hat im ersten Halbjahr 2008 insgesamt 1,2 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind gut 28 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Allerdings trügen die Zahlen angesichts der Probleme in Dortmund. Einen Ausbauplan der Flughafengesellschaft hat der Aufsichtsrat heute erst einmal nicht gebilligt.

Am Freitagabend präsentierte der Dortmund Airport dem Aufsichtsrat die Halbjahreszahlen. Allein im Juni hätten 221.972 Fluggäste den Flughafen genutzt, im Linienverkehr habe es einen Zuwachs von 17 Prozent gegeben. So viele Fluggäste wie noch nie in einem Monat passierten damit die Kontrollen am Dortmund Airport.

Dennoch gibt es mit Blick auf das zweite Halbjahr kein Grund zur Freude. „Das gute Halbjahresergebnis täuscht nicht darüber hinweg, dass wir bis zum Ende des Jahres mit deutlichen Einbußen rechnen“, sagte Flughafenchef Manfred Kossack mit Hinblick auf die jüngsten Streckenstreichungen.

Fluggesellschaften ziehen ab

EasyJet, die mit rund der Hälfte aller Passagiere größte Airline am Platz, hatte Mitte Juli angekündigt, sein Streckennetz im Winterflugplan von elf auf fünf Verbindungen einzudampfen. Zudem gibt es Spekulationen, wonach der Billigflieger seine Basis am Ort zeitnah ganz aufgibt.

Offiziell gibt die Airline als Begründung die ungünstigen Betriebszeiten am Flughafen an. Allerdings geht der Verdacht um, easyJet sei nur nach Dortmund gekommen, weil die Entscheidung dazu durch den Fördertopf „Neres” vergoldet wurde. In Dortmund gehen die EU-Wettbewerbshüter seit Juli letzten Jahres der Vermutung nach, dass neben easyJet auch Air Berlin, Germanwings und Wizz Air durch Abschläge von den allgemeinen Flughafengebühren von staatlichen Beihilfen profitiert haben.

Unklar bleibt, in wie weit bei der jetzigen easyJet-Entscheidung zum Abzug die laufenden Ermittlungen der EU-Kommission zu staatlichen subventionen am Flughafen eine Rolle spielen. Denn neben easyJet laufen dem Flughafen weitere Airlines davon. Wie der Flughafen heute bekannt gab, stellt Germanwings zum Winterflugplan voraussichtlich die Verbindungen nach Wien und Zagreb ein und auch Air Berlin dampft das Angebot zurecht. Abzugs-Gerüchte gibt es zudem um die ungarische Wizz Air.

Ausbaupläne vertagt

Der Der Dortmunder Flughafen nimmt die Rückzugspläne der Airlines als Beleg für seine These, dass die Betriebsbedingungen und die Infrastruktur am Standort dringend angepasst werden muss. Der Flughafen will mit dem „Entwicklungsschritt 2010“ entgegensteuern. Die Start- und Landebahn soll auf 2.300 Meter und die Betriebszeit von sechs bis 23 Uhr plus Verspätungsregel erweit werden. Die Gegenseite argumentiert allerdings genau andersrum und gibt zu bedenken, dass der chronisch defizitäre Flughafen schlicht zu groß für den Markt ist, noch dazu Köln und Düsseldorf nicht weit sind. Tatsächlich hat der Dortmunder Flughafen von 1995 bis 2007 Verluste von 150 Millionen Euro angehäuft, was wohl heute auch ein Grund für den Aufsichtsrat war, die Entscheidung über den „Entwicklungsschritt 2010“ auf die Dezember-Sitzung zu vertagen.

Von: airliners.de
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