Flughafen Cochstedt könnte Drohnen-Testgelände werden

14.11.2017 - 16:03 0 Kommentare

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will den insolventen Flughafen Magdeburg-Cochstedt als Testgelände für Drohnen nutzen. Sachsen-Anhalt sieht die Erwägungen positiv.

Eine Drohne auf der Funkausstellung IFA in Berlin. - © © dpa - Wolfgang Krumm

Eine Drohne auf der Funkausstellung IFA in Berlin. © dpa /Wolfgang Krumm

Über dem Gelände des insolventen Flughafens Magdeburg-Cochstedt könnten künftig Drohnen statt Flugzeugen kreisen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sei mit der Idee herangetreten, aus dem Flughafen ein Testzentrum zu machen, hieß es aus Verhandlungskreisen um den verkauf des Flughafens.

Zuerst hatte die "Magdeburger Volksstimme" über die neuen Pläne berichtet. Dem Bericht zufolge sind die Verhandlungen weit fortgeschritten.

Der Airport ist seit einem Jahr insolvent, die rund 50 Mitarbeiter seitdem freigestellt. Probleme gab es schon vorher, vor fast vier Jahren zog sich mit dem irischen Billigflieger Ryanair die einzige Gesellschaft zurück, die Cochstedt im Linienbetrieb angeflogen hatte. Mehrfach stellte das Landesverwaltungsamt seit der Insolvenz eine Frist. Jedes Mal verlängerte die Behörde die Betriebsgenehmigung, um eine Zukunft für den Flughafen zu ermöglichen.

Politik sieht Erwägungen positiv

Ein DLR-Testgelände könnte diese Lösung sein. Das Forschungszentrum mit Sitz in Braunschweig nutzt Cochstedt schon seit Jahren für Testflüge. Zum Beispiel versuchten die Wissenschaftler mit ihrem größten Forschungsflugzeug namens Atra, herauszufinden, wie sich der Insektenschmutz auf den Tragflächen minimieren lässt, um Treibstoff zu sparen. "Cochstedt zu einem Zentrum für die Erprobung neuer Flugkörper auszubauen, würde eine hochinteressante Nutzungsmöglichkeit darstellen", sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) der Zeitung.

Der 30 Kilometer von Magdeburg entfernte Flugplatz war früher vom russischen Militär genutzt worden. Nach der Wende wurde er mit Millionen-Summen aus Steuergeldern zu einem regulären Zivilflughafen ausgebaut, auf dem auch große Maschinen landen können. 2010 übernahm ein dänischer Investor den Flughafen. In die schwarzen Zahlen schaffte es das Unternehmen allerdings nie. Vor rund einem Jahr meldete der Flughafen Insolvenz an, die rund 50 Mitarbeiter waren freigestellt worden.

Von: dpa
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