Flughafen Coburg steht vor dem Aus

21.08.2015 - 14:45 0 Kommentare

Das Luftamt Nordbayern stellt sich den Plänen für einen neuen Verkehrslandeplatz in Coburg in den Weg. Naturschützer hoffen auf das Aus, die Planer dagegen glauben noch an einen Erfolg für ihr umstrittenes Projekt.

Tower und Hangar am Flugplatz Steinrücken bei Coburg in Oberfranken. - ©  © dpa - David Ebener

Tower und Hangar am Flugplatz Steinrücken bei Coburg in Oberfranken. © dpa /David Ebener

Dem geplanten Verkehrslandeplatz nahe Coburg droht das Aus. Das Luftamt Nordbayern hat die Projektgesellschaft aufgefordert, ihren Antrag auf den Neubau bei Meeder im Landkreis Coburg bis zum 21. September zurückzuziehen. Andernfalls sei ein negativer Planfeststellungsbeschluss unvermeidlich. Die Projektgesellschaft bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen des Bundes Naturschutz (BN).

Wie ein Sprecher des Landratsamtes sagte, hatte die Deutsche Flugsicherung den Standort als ungeeignet eingestuft. Dies gilt als zwingender Versagungsgrund.

Im Ringen um den Flugplatz will Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) das Bundesverkehrsministerium einschalten. In den Gesprächen solle es um die Frage gehen, welche Möglichkeiten für eine Ausnahmeregelung es geben könnte, sagte eine Sprecherin Herrmanns am Freitag.

Herrmann will im September alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Gespräch bitten: "Wir wollen mit der deutschen Flugsicherung, mit der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg, mit dem Luftamt Nordbayern, dem Landratsamt und der Stadt Coburg sowie dem Bundesverkehrsministerium alle Möglichkeiten ausloten, wie das weitere Verfahren im Zusammenhang mit dem Verkehrslandeplatz Coburg gestaltet werden kann."

Geschäftsführer bleibt optimistisch

Der Geschäftsführer der Projektgesellschaft, Willi Kuballa, glaubt noch nicht an das Aus für den Verkehrslandeplatz: "Alle aufgeworfenen möglichen Genehmigungshindernisse sind aus Sicht der Planer und der Projektgesellschaft mit geringem Aufwand lösbar", teilte er mit. "Im Übrigen ist dies bereits mehrfach in Deutschland bei vergleichbaren Projekten analog geschehen." Man arbeite intensiv an einer Stellungnahme, um zustimmungsfähige Lösungsansätze aufzuzeigen. Beim Luftamt Nordbayern war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

© dpa, David Ebener Lesen Sie auch: Coburger entscheiden: Landkreis soll aus Flugplatz-Projekt aussteigen

Der Flugplatz soll rund 30 Millionen Euro kosten. Herrmann hatte den Coburgern im vergangenen Herbst 15 Millionen Euro aus der Kasse des Freistaats für den Flugplatzbau zugesagt. Die Gegner halten das Projekt für unnötig und zu teuer. Naturschützer fürchten zudem den Verlust von Flächen. Aus Sicht der Befürworter ist der bisherige Coburger Landeplatz zu klein. Die Wirtschaft in der Region sei auf einen größeren Flugplatz angewiesen.

Von: gk, dpa
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