Flughafen Bremen braucht 82 Millionen Euro für Investitionen

08.08.2019 - 13:10 0 Kommentare

Am Bremer Flughafen bröckelt das Vorfeld, eine zügige Sanierung ist unumgänglich. Doch die Finanzierung ist offen, denn bisher ist der Airport ohne Subventionen ausgekommen. Für die bleibt nur noch wenig Zeit.

Das Vorfeld am Flughafen Bremen. - © © Flughafen Bremen GmbH  -

Das Vorfeld am Flughafen Bremen. © Flughafen Bremen GmbH

Angesichts eines Liquiditätsbedarfs von 82 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren für Instandhaltung und Investitionen am Flughafen Bremen, mehren sich von Seiten des Flughafens und der Opposition in der Bremer Bürgerschaft Forderungen, dass die Hansestadt als Eigner die Flughafen GmbH mit direkten Zahlungen unterstützen soll. Die offene Summe ergibt sich aus dem vertraulichen Wirtschaftsplan des Flughafens, aus dem der "Weser-Kurier" Mitte März zitierte.

Offiziell kam der Airport Bremen als einziger der Flughäfen mit weniger als drei Millionen Passagieren im Jahr in Deutschland bisher ohne öffentliche Subventionen aus. Mit einem Minus von 44.000 Euro im Jahr 2018 erreichte der laufende Betrieb des Flughafens im Grunde ein ausgeglichenes Ergebnis und wäre eigentlich gut gerüstet für die EU-Beihilferichtlinie für kleine Flughäfen, die direkte staatliche Hilfen verbietet und deren Einführung für 2024 geplant ist.

Die Bauarbeiten laufen schon

Das sparsame Wirtschaften der Bremer hat jedoch zu einem Investitionsstau geführt, der zügig aufgelöst werden muss, um überhaupt noch den behördlichen Auflagen für einen sicheren Flugbetrieb zu entsprechen. Für die Instandhaltung der Flugbetriebsflächen sind in den nächsten Jahren mindestens 22 Millionen Euro veranschlagt.

Konkret geht es um eine Sanierung von Vorfeld und Rollbahnen, die laut dem Flughafen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben und eine Ausrüstung der aus 4000 Lampen bestehenden Anflugbefeuerung mit LED-Leuchten um EU-Anforderungen gerecht zu werden. Die Bauarbeiten auf dem Vorfeld haben bereits begonnen, für 2019 hat der Aufsichtsrat des Flughafens 10 Millionen für Investitionen genehmigt. In der Vergangenheit wurden die jährlichen Investitionen zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs zumeist mit Darlehen finanziert.

Zeitdruck durch EU-Beihilferichtlinie

Laut dem Bremer News-Portal "buten und binnen" ist der Flughafen daher bereits mit 16 Millionen Euro verschuldet und die weitere Finanzierung der Sanierung, die bis spätestens 2025 abgeschlossen sein soll, ebenso ungeklärt wie künftige Investitionen. Man sei derzeit in engen Gesprächen mit dem Gesellschafter, um zeitnah eine Lösung zu erarbeiten, sagte Flughafenchef Elmar Kleinert. Der Flughafen alleine könne die nötigen finanziellen Mittel nicht alleine erwirtschaften.

Für 2022 rechnet der Flughafen mit einem Aufkommen von 2,7 Millionen Passagieren, also einer Steigerung von 100.000 Fluggästen gegenüber den aktuellen Zahlen. Laut Weser-Kurier geht aus dem nun der Bremer Landesregierung vorgestellten Wirtschaftsplan zudem hervor, dass es dem Flughafen langfristig das Genick brechen könnte, wenn der Liquiditätsbedarf weiter über Darlehen finanziert wird.

© Flughafen Paderborn, Lesen Sie auch: FBB-Manager wird Chef am Flughafen Bremen

Durch die neue EU-Beihilferichtlinie ist der Druck groß. Viele andere Flughäfen mittlerer Größe schieben daher derzeit Investitionen an, die ab 2024 komplett aus eigenen Mitteln finanziert werden müssten, für die man bis dahin jedoch noch öffentliche Gelder der staatlichen Eigner erhalten kann.

© dpa, Uwe Zucchi Lesen Sie auch: Überprüfung der EU-Beihilferichtlinien für kleine Flughäfen fällt aus

Von: dk
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