Flughäfen bekräftigen Forderungen an nationales Luftverkehrskonzept

27.10.2016 - 15:30 0 Kommentare

Bis Jahresende soll ein nationales Luftverkehrskonzept vorliegen. Wie es aussehen sollte und welche Forderungen es an die Politik gibt, hat der Flughafenverband ADV auf seiner Jahrestagung bekräftigt.

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer - © © ADV -

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer © ADV

Die Chefs der deutschen Flughäfen haben ihre Forderungen an die Bundesregierung zum bevorstehenden Luftverkehrskonzept erneuert. Ziel müsse sein, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen und Drehkreuze gegenüber ihren ausländischen Wettbewerbern zu stärken, teilte der Flughafenverband ADV anlässlich seiner Jahrestagung in Zürich mit. Zudem müsse eine nachfragegerechte Entwicklung der Infrastruktur ermöglicht werden.

"Das Luftverkehrskonzept ist auf der Zielgeraden", so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Jetzt gelte es zu liefern und die Zusagen im Koalitionsvertrag einzuhalten. Die Branche vertraue auf ein Konzept, das den Standort voranbringe.

Leichterer Marktzugang für Nicht-EU-Airlines gefordert

Ende September hatte das Bundesverkehrsministerium angekündigt, das seit langem erwartete Luftverkehrskonzept für Deutschland bis Ende dieses Jahres vorlegen zu wollen. Vom Konzept erwartet die ADV unter anderem vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren, geringere Kosten in der Luftsicherheit und durch die Luftverkehrssteuer sowie einen erleichterten Marktzugang für Nicht-EU-Airlines. Laut bisherigen Berichten, könnte die Luftsicherheitsgebühr ganz oder teilweise vom Bund übernommen werden.

© AirTeamImages.com, Tom Kool Lesen Sie auch: Luftverkehrsbranche fordert erneut mehr politische Unterstützung

Zu den weiteren Themen der diesjährigen ADV-Jahrestagung gehörten unter anderem die Sicherheit in den Terminals, Fluglärmschutz, Elektromobilität an Flughäfen sowie der Betrieb von Drohnen an Airports, wie es seitens des Verbandes auf Nachfrage hieß. Weitere Details wurden mit Verweis auf den internen Charakter des Treffens nicht genannt.

Es findet jährlich an einem der ADV-Mitgliedsflughäfen statt. Diesmal fiel die Wahl auf den Flughafen Zürich, der seit Jahrzehnten zu den assoziierten Verbandsairports gehört.

ADV-Präsident Michael Kerkloh hatte bereits im Vorfeld der Gremiumssitzung mitgeteilt, dass die deut­schen Air­ports die Ent­wick­lungs­ziele des Schweizer Flug­ha­fens unterstützen. "Ideo­lo­gi­sche Blo­cka­den auf deut­scher Seite pas­sen nicht zu einem gemein­sa­men Europa", so Kerkloh. Die Wachstumspläne des Züricher Flughafens sorgen seit längerem auf deutscher Seite für Bedenken bezüglich des Fluglärms.

Von: gk
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