Luftfrachtbranche beklagt Sonderbelastungen in Deutschland

16.09.2016 - 17:21 0 Kommentare

Die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandortes Deutschlands darf nicht gefährdet werden - so lautet die Forderungen von mehreren Verbänden, die jetzt auf einem Cargo-Branchentreff formuliert wurde.

Blick in die Runde beim Branchentreff in München, bei dem unter anderem die Verbände BDL, BDI und Barig dabei waren. - © © BDL/Görlich -

Blick in die Runde beim Branchentreff in München, bei dem unter anderem die Verbände BDL, BDI und Barig dabei waren. © BDL/Görlich

Wirtschaft und Fluggesellschaften haben zunehmende Hürden für den Luftverkehr in Deutschland beklagt. Das gehe von kürzeren Betriebszeiten über höhere Steuern und Gebühren bis zu langen Bearbeitungsfristen, hieß es jetzt bei einem Termin in München.

Die Bundesverbände der deutschen Industrie (BDI), der Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Speditionen (DSLV) erneuerten eine aus der Branche bekannte Warnung: Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands dürfe "nicht durch nationale Alleingänge" geschwächt werden.

BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow sagte, zehn Prozent des deutschen Außenhandels würden per Luftfracht abgewickelt. "90 Prozent der Unternehmen sagen, wir brauchen dringend Luftverkehr." Aber die Bundesrepublik kassiere im nationalen Alleingang Luftverkehrssteuer und für staatliche Sicherheitsleistungen auch noch fast 700 Millionen Euro von den Airlines.

Michael Hoppe vom internationalen Airline-Verband Barig sagte, wenn die Rahmenbedingungen in Frankfurt nicht passten, könne Fracht auch mit dem Lastwagen zum Flughafen Amsterdam gebracht werden: "Die Trucks sind happy, wenn sie mehr fahren dürfen." Wenn Genehmigungen drei Wochen dauerten und um 23 Uhr das Licht ausgeknipst werde, müsse man sich Alternativen zu Deutschland suchen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Ticketsteuer hat auch vor Bundesfinanzhof Bestand

Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber sagte, Luftfracht sei für das Exportland Deutschland systemrelevant. Aber "wir sind einfach nicht mehr wettbewerbsfähig, und zwar durch Regularien, herzlichen Glückwunsch, die wir uns selber gegeben haben." Die Frachtsparte der Lufthansa baut 800 Stellen ab und hat den Bau eines neuen Frachtzentrums in Frankfurt auf Eis gelegt.

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Die beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die anstehende Bundestagswahl, Cem Özdemir (l-r) und Katrin Göring-Eckardt. Deutsche Luftverkehrspolitik vor ungewisser Zukunft

    Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis stellt die Luftverkehrspolitik im Lande vor eine ungewisse Zukunft. Die Positionen der Jamaika-Parteien gehen von "weiterentwickeln" bis "überflüssig". Dabei stehen wichtige Entscheidungen an.

    Vom 26.09.2017
  • Carsten Spohr (l-r), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa, Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung. Das fordert die Branche von der Politik

    Bundestagswahl Luftverkehrssteuer nicht abgeschafft, Luftverkehrskonzept nicht abgestimmt: Die Branche blickt auf eine ernüchternde Legislaturperiode zurück - und appelliert an die neue Regierung. Ein luftfahrtpolitischer Rück- und Ausblick.

    Vom 22.09.2017
  • Bis zur vollständigen Etablierung der BDLS-Strukturen erfolgt die themenbezogene Kommunikation laut Mitteilung durch den Fachverband Aviation im BDSW. BDLS nimmt Arbeit auf

    Neuer Verband: Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) soll die wirtschaftspolitischen Interessen aller 23 Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene vertreten. Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband legt der BDLS laut Mitteilung die Richtlinien der Tarifpolitik fest und koordiniert die Tarif­verhandlungen.

    Vom 13.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus