Airlines kritisieren Berliner Flughafen-Gebühren

17.07.2015 - 10:08 0 Kommentare

Zank um die Berliner Airports Tegel und Schönefeld: Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften findet die Gebühren an den beiden Airports zu hoch. Die Betreibergesellschaft widerspricht.

Ein Flugzeug der Air Berlin startet vom Flughafen Berlin-Tegel. - © © dpa - Bernd von Jutrczenka

Ein Flugzeug der Air Berlin startet vom Flughafen Berlin-Tegel. © dpa /Bernd von Jutrczenka

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) zanken sich. Es geht um die Gebühren an den beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel. Aus Sicht der Airlines sind diese nämlich zu teuer. Die FBB sieht das anders.

Konkret hieß es in einer Mitteilung des BDF: Aufgrund der steigenden Passagierzahlen in Berlin würde die Flughafengesellschaft seit Jahren "fette" Gewinne erwirtschaften, trotzdem würde von den Airlines mehr Geld verlangt. Angesichts der Entgeltordnung für 2016 ist die Rede von "Monopolrenditen". "Beide Flughäfen sind fast vollständig abgeschrieben. Wie kann es da sein, dass die Gebühren immer weiter steigen?", so der Vorwurf.

Aus Sicht der Betreiber stimmt das nicht

Die Flughafengesellschaft wies die Kritik als unzutreffend zurück. "Neben den regulären Kosten, die für den Betrieb der beiden Standorte nötig sind, fallen Sonderaufwendungen an, etwa für die Sanierung der Nordbahn in Schönefeld oder die Ertüchtigung von Tegel", teilte Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld mit.

Unser gemeinsames Interesse mit den Airlines ist es, die Betriebssicherheit in Schönefeld und Tegel sicherzustellen. Dies gibt es nicht zum Nulltarif.

Karsten Mühlenfeld

Welche Gebührenhöhe sie anstrebt, wollte die Flughafengesellschaft nicht sagen. Die Gespräche dazu seien vertraulich. Nach dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll beispielsweise in Tegel das Abstellen der Maschinen an Fluggastbrücken pro 1000 Kilogramm Gewicht und je zehn Minuten künftig 62 Cent statt 40 Cent kosten. Das gilt für die ersten 40 Minuten, für längere Aufenthalte werden höhere Sätze fällig. Ähnlich stark soll das Entgelt für Außenpositionen steigen.

Der Flughafenverband ADV, der auch die Berliner Flughafengesellschaft vertritt, spielte den Monopol-Vorwurf an die Airlines zurück. "Kein einziger deutscher Flughafen kann derzeit kostendeckende Entgelte am Markt durchsetzen", sagt ADV-Gesschäftsführer Ralph Beisel. "Alle Flughäfen zahlen circa zehn bis 50 Prozent der Kosten drauf." Andere Geschäftsfelder wie Ladenvermietung im Terminal müssten dieses Defizit ausgleichen. Und selbst das gelingt derzeit laut ADV-Angaben nur acht von 22 Airports.

Von: ch, dpa, dpa-AFX
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