Fluggesellschaft muss Schalter nicht für verspätete Kunden öffnen

20.04.2017 - 14:25 0 Kommentare

Ein Passagier kommt zum Check-In-Schalter, doch dieser ist bereits geschlossen. Die Airline muss ihn nicht wieder öffnen, so ein Gericht. Im konkreten Fall kam die Reisegruppe aufgrund eines Terroranschlages zu spät am Airport an.

Muss eine Airline ihren Check-In-Schalter für verspätete Passagiere öffnen? Damit hat sich ein Gericht beschäftigt Foto: © dpa, Marcel Kusch

Wer erst nach dem Schließen des Schalters am Flughafen erscheint, hat Pech gehabt. Die Fluggesellschaft ist nicht gehalten, den Schalter wieder zu öffnen oder den Check-In anderweitig zu ermöglichen. Verpasst der Fluggast seine Maschine und muss er auf eigene Kosten einen neuen Flug buchen, trägt er die Kosten dafür selbst. Das hat das Landgericht Frankfurt klargestellt (Az.: 2-24 O 95/15). Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

In dem verhandelten Fall ging es um eine Reisegruppe, die von Beirut zurück nach Stuttgart fliegen wollte. Die Hauptstraße zum Flughafen war wegen eines Anschlags gesperrt, so erschien die Gruppe erst 30 Minuten vor dem geplanten Abflug am Check-In-Schalter. Dieser war bereits geschlossen. Die Fluggesellschaft sei nicht in der Pflicht gewesen, diesen wieder für die Gruppe zu öffnen, so das Gericht.

Auch gebe es keine Verpflichtung, einen Check-In-Schalter so lange offen zu halten, wie der Flug auf den Anzeigetafeln des Flughafens angezeigt wird. Unerheblich war auch, dass der Flug erst mit 25 Minuten Verspätung abhob und die Passagiere ausgerufen wurden. Die Betriebsabläufe ließen es nicht zu, den Schalter entsprechend länger offen zu halten.

© FMG, Lesen Sie auch: Verpasster Flug wegen langer Schlange - Airport muss entschädigen

Von: ch, dpa
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