Flugbetrieb Zweibrücken geht trotz Insolvenz voll weiter

30.07.2014 - 08:16 0 Kommentare

Der von der Pleite bedrohte Flughafen Zweibrücken kann seinen Betrieb nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters vorerst fortsetzen. Damit ist der Sommer gerettet, aber wie geht es weiter?

Jan Markus Plathner (r), der vorläufige Insolvenzverwalter des Flughafens Zweibrücken, unterhält sich am 25.07.2014 in der Festhalle in Zweibrücken mit der rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Clemens Hoch, Mitarbeiter der Staatskanzlei.  - © © dpa - Oliver Dietze

Jan Markus Plathner (r), der vorläufige Insolvenzverwalter des Flughafens Zweibrücken, unterhält sich am 25.07.2014 in der Festhalle in Zweibrücken mit der rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Clemens Hoch, Mitarbeiter der Staatskanzlei. © dpa /Oliver Dietze

Der von der Pleite bedrohte Flughafen Zweibrücken kann seinen Betrieb nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters vorerst in der Hochsaison komplett fortsetzen. «Der unmittelbare Kollaps ist erst einmal abgewendet», teilte der Frankfurter Rechtsanwalt Jan Markus Plathner am Dienstag mit.

Er habe mit den Fluggesellschaften und den wichtigsten Lieferanten eine entsprechende Einigung erzielt. Die Lohn- und Gehaltszahlungen für die 67 fest angestellten Mitarbeiter seien für die nächsten Monate gesichert. Der verschuldete Flughafen hatte Insolvenz beantragt.

Die EU-Kommission hatte nicht dem Wunsch des Landes Rheinland-Pfalz entsprochen, dem Airport eine millionenschwere Finanzspritze geben zu dürfen. Der Grund: Der benachbarte Flugplatz Saarbrücken liegt nur 21 Kilometer Luftlinie entfernt. Die rot-grüne Landesregierung will nun Zweibrücken wenigstens als Verkehrslandeplatz für kleine Flieger erhalten.

Plathner teilte mit, für die Sicherung der weiteren Zukunft habe er bereits erste Gespräche mit möglichen Investoren geführt. In Fachkreisen hieß es, wie beim insolventen Nürburgring könne theoretisch auch ein neuer Betreiber den Flughafen übernehmen, ohne die früheren Landesbeihilfen zurückzahlen zu müssen. Diese bis zu 56 Millionen Euro blieben dann an der alten, insolventen Gesellschaft hängen.

© Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, Lesen Sie auch: Diese Regionalflughäfen sind von den neuen EU-Subventionsregelungen betroffen

Doch wären für eine solche Lösung auch viele Hürden zu überwinden. Ohnehin gilt es in der Branche als unwahrscheinlich, dass sich für einen Flugbetrieb im jetzigen Umfang ein Investor findet. Laut dem Sprecher des einstigen Militär-Airports Zweibrücken, Franz-Rudolf Ubach, zählte der Flughafen im vergangenen Jahr fast 12.000 Flüge und rund 230.000 Passagiere. Am Montag protestierten nach Angaben der Stadt Zweibrücken gut 600 Demonstranten gegen die drohende Schließung.

Von: dpa
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