Flugbetrieb in Frankfurt wegen Drohnensichtung kurzzeitig eingestellt

09.05.2019 - 10:04 0 Kommentare

Wegen einer Drohnensichtung ist der Flugbetrieb am Flughafen in Frankfurt am Main am Donnerstagmorgen vorübergehend eingestellt worden. In der Folge kam es zu Flugausfällen, Umleitungen und Verspätungen.

Eine private Drohne im Flug, während im Hintergrund ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist. - © © dpa - Julian Stratenschulte

Eine private Drohne im Flug, während im Hintergrund ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist. © dpa /Julian Stratenschulte

Wegen einer Drohnensichtung ist der Flugbetrieb am Flughafen in Frankfurt am Main am Donnerstagmorgen vorübergehend eingestellt worden. Die Bundespolizei arbeite an der Aufklärung des Vorfalls, sagte ein Fraport-Sprecher. Es gab zahlreiche Umleitungen für landende Flugzeuge. Rund 70 Flüge seien ausgefallen.

Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei gab es am frühen Morgen mehrere Hinweise auf eine Drohne im Süden des Geländes. Da das Fluggerät dann aber nicht mehr gesichtet wurde, gab die Bundespolizei in Absprache mit der Flugsicherung den Betrieb um 8.15 Uhr wieder frei.

Laut Deutscher Flugsicherung handelte es sich Zeugen zufolge um ein größeres Gerät mit einem Durchmesser von etwa 1,50 Meter. Es sei von mehreren Piloten im Süden des Geländes gesichtet worden. Möglicherweise handelte es sich um ein professionelles Gerät, für das eine Aufstiegserlaubnis beim Land Hessen hätte eingeholt werden müssen.

Bereits Ende März war der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen nach der Sichtung einer Drohne für eine halbe Stunde am Nachmittag eingestellt worden. Das Fluggerät war damals ebenfalls im Süden des Flughafens gesehen worden. Größere Flugausfälle gab es zuletzt auch in London Heathrow und Gatwick.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Zuständigkeiten bei Drohnenabwehr an Flughäfen noch nicht geklärt

Nach der erneuten Drohnensichtung am Frankfurter Flughafen verlangt der Branchenverband ADV eine konsequente Verfolgung der Verantwortlichen. Verstöße gegen die Flugverbotszonen müssten mit allem Nachdruck verfolgt werden, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Donnerstag in Berlin. "Flughafenbetreiber sind auf schnelle und effektive Abwehrmaßnahmen durch die Polizeibehörden angewiesen, um Einschränkungen für den Flugbetrieb zu vermeiden."

Tatsächlich verfügen Flughäfen und Behörden nur über wenige Abwehrmöglichkeiten gegen unbemannte Flugobjekte. Militärische Detektions- und Störsysteme, wie sie in Großbritannien zum Einsatz kommen, sind bislang an deutschen Verkehrsflughäfen nicht installiert. Die Drohnenabwehr ist nach Auffassung der Behörden eine Aufgabe der Polizeien von Bund und Ländern. Erneut war am Donnerstag ein Polizeihubschrauber aufgestiegen, um die Drohne zu verfolgen.

Vorfälle an Flughäfen nehmen zu

Die Deutsche Flugsicherung 2018 hat insgesamt 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert, etwa 80 Prozent mehr als noch 2017. Im Großraum von Flughäfen seien 125 der Fälle gemeldet worden, erklärte das bundeseigene Unternehmen, das für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist. Die meisten Störungen gab es am Flughafen Frankfurt/Main (31), gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12). 2017 waren insgesamt 88 Fälle gemeldet worden.

In Deutschland sind Drohnenflüge über den Start- und Landebereich an Flughäfen verboten - genauso wie über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen. Dort, wo es erlaubt ist, müssen die Geräte während des Fluges grundsätzlich in Sichtweite bleiben und dürfen nicht höher fliegen als 100 Meter. Ausnahmen gibt es auf Modellflugplätzen.

Von: dpa
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