Lufthansa-Flugbegleiter sagen Streik vorerst ab

30.06.2015 - 09:46 0 Kommentare

Vor dem Ablauf der Frist nähern sich Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo in ihrem Tarifkonflikt wieder an. Die Streiks wurden abgesagt - allerdings nur vorerst.

Flugbegleiterin der Lufthansa - © © dpa - Christian Charisius

Flugbegleiterin der Lufthansa © dpa /Christian Charisius

Ein Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa ist vorerst vom Tisch. Das Unternehmen sei der Flugbegleiterorganisation Ufo "in zentralen Punkten einen Schritt entgegen gekommen", teilte die Lufthansa jetzt in Frankfurt am Main mit. Bis Mitte Juli werde es keine Streiks geben. Für die Zeit danach wollte Ufo-Chef Nicoley Baublies Ausstände allerdings nicht ausschließen.

Grund für die Abwendung des drohenden Streiks sei ein neues Angebot der Lufthansa, erklärten beide Parteien. Es beinhaltet demnach unter anderem Zugeständnisse der Airline an das Kabinenpersonal bei der sogenannten Übergangsversorgung. Auf Basis des Angebots sollen nun neue Verhandlungen aufgenommen werden.

Geplant ist ein Workshop mit dem Konzernvorstand

Noch sei ein Arbeitskampf aber nicht ausgeschlossen, sagte Baublies in einer live im Internet übertragenen Stellungnahme. Das Angebot sei ausreichend, um in Verhandlungen einzusteigen, aber "auf gar keinen Fall" ausreichend, um sie abzuschließen.

In einem Workshop Anfang Juli wollen sich beide Seiten über weitere Themen austauschen. Gelinge danach eine Abstimmung, werde Ufo ganz auf Streiks verzichten, teilte die Lufthansa mit.

Schlichtung war gescheitert

Nach einer gescheiterten Schlichtung hatte die Gewerkschaft dem Unternehmen am Montag vergangener Woche ein Ultimatum gesetzt. Die Frist, gewisse Vorbedingungen zu erfüllen, lief am heutigen Dienstagmorgen ab. Für den Fall eines Scheiterns hatte Ufo mit Streiks ab Mittwoch gedroht.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Flugbegleiter setzen Lufthansa eine letzte Frist

Das Schlichtungsverfahren zwischen Ufo und Lufthansa war am 20. Juni ergebnislos beendet worden. Die Schlichter - die frühere Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) und der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) - hatten den Tarifparteien lediglich aufgegeben, die Gespräche fortzusetzen und keine inhaltliche Schlichtungsempfehlung abgegeben.

Die Lufthansa verhandelt derzeit mit mehreren Gewerkschaften für unterschiedliche Beschäftigungsgruppen, so auch mit den Piloten. Ein Knackpunkt ist in allen Verhandlungen die betriebliche Altersvorsorge.

Von: dpa
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