Flugbegleiter-Streiks bei Eurowings sind vorerst abgewendet

24.10.2016 - 17:25 0 Kommentare

Eurowings und die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo verhandeln nun doch wieder miteinander. Ein Streik soll frühestens ab Mittwoch möglich sein, falls es zu keiner Einigung kommt.

Ein Passagier steht am Schalter der Eurowings. - © © dpa - Oliver Berg

Ein Passagier steht am Schalter der Eurowings. © dpa /Oliver Berg

Bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings ist am Montag zunächst nicht gestreikt worden. Stattdessen führten das Unternehmen und die Kabinengewerkschaft Ufo in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt erneute Gespräche, um den festgefahrenen Tarifkonflikt für die Flugbegleiter wieder in Gang zu bringen. Das bestätigten beide Seiten.

Streiks sind nach den bisherigen Ufo-Ankündigungen frühestens am Mittwoch denkbar. Nach Angaben eines Eurowings-Sprechers sollte auch am Dienstag noch gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

Es geht um die in Düsseldorf sitzende Gesellschaft Eurowings, die 23 von bislang 90 Mittelstreckenjets der Lufthansa-Billigplattform Eurowings betreibt. Dort schwelt ein Konflikt um einen neuen Vergütungstarifvertrag für die rund 400 in Deutschland arbeitenden Flugbegleiter von Eurowings.

Eurowings-Geschäftsführung an Gesprächen beteiligt

Ufo hatte vergangene Woche angekündigt, dass von Montag an in den kommenden zwei Wochen jederzeit Streiks möglich seien. Erst am Donnerstag hatte der Ufo-Tarifexperte Nicoley Baublies die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Am Sonntag zeigte sich die Gewerkschaft dann überraschend verhandlungsbereit. In den neuerlichen Gesprächen war wie von Ufo gefordert auch die Eurowings-Geschäftsführung präsent.

Das Unternehmen vertritt die Auffassung, dass es Mitte Oktober ein verbessertes Angebot vorgelegt habe. Das Angebot von Eurowings sehe im Gesamtumfang Verbesserungen von durchschnittlich sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von drei Jahren und drei Monaten vor, heißt es. Es geht zudem unter anderem um den Aufbau einer sogenannten Unterstützungskasse.

Verdi spielt zunehmend eine Rolle

Seit 2008 hat ausschließlich Ufo bei der Lufthansa-Tochter neue Tarifverträge für die Flugbegleiter abgeschlossen. Doch inzwischen mischt Verdi stärker mit. Im September hatte die DGB-Gewerkschaft einen Warnstreik des Kabinenpersonals bei Eurowings Deutschland organisiert, in dessen Folge acht Flüge ausfielen. Nach Angaben von Eurowings wird auch mit Verdi in dieser Woche weiter verhandelt.

Bei der Lufthansa war bei einer Schlichtung unter Leitung von Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck im Sommer ein Ende des Tarifkonflikts mit den Flugbegleitern erreicht worden.

© Lufthansa, Gregor Schläger Lesen Sie auch: Tarifstreit: Lufthansa-Flugbegleiter nehmen Schlichtungsergebnis an

Von: dpa, gk
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