Verhandlungen gehen weiter

Flugbegleiter stimmen für Streik bei der Lufthansa

09.03.2009 - 15:59 0 Kommentare

Die Flugbegleiter der Lufthansa haben sich in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf entschieden. 96 Prozent der abgegebenen Stimmen hätten für einen Streik votiert, teilte UFO am Montag in Bad Nauheim mit. Das entspreche 78 Prozent der von der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) vertretenen Kabinenmitarbeiter. Unterdessen hoffen beide Tarifparteien weiter auf eine Lösung am Verhandlungstisch.

Obwohl mit dem Abstimmungsergebnis alle Voraussetzungen für unbefristete flächendeckende Streiks erfüllt sind, will die Gewerkschaft nach eigenen Angaben einen Streik verhindern. UFO wolle lieber verhandeln anstatt zu streiken und hoffe deswegen darauf, dass der Lufthansa-Vorstand doch noch ein neues Angebot vorlege, sagte UFO-Verhandlungsführer Joachim Müller.

Zu der Frage, ab wann Reisende mit möglichen Streiks rechnen müssten, äußerte sich Müller nicht. Die UFO-Tarifkommission will aber noch am Montagnachmittag entscheiden, ob und wann sie ihre etwa 16.000 Flugbegleiter zum Streik aufrufen will. Auch Lufthansa hat nach Angaben der Sprecherin Claudia Lange keine Informationen darüber, ob und wann Arbeitsniederlegungen geplant sind. «Wir stehen weiter im Dialog», sagte Lange. Die Airline setze weiter auf eine Lösung am Verhandlungstisch.

Die Tarifverhandlungen zwischen UFO und der Lufthansa waren am 17. Februar von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. Die Urabstimmung hatte am 23. Februar begonnen und endete Montagmittag. Müller zufolge fordert UFO Verbesserungen im Manteltarifvertrag. Diese sollen zu Arbeitsentlastungen wie geregelten Pausen und bezahlten Bodenzeiten führen. Weiter fordert UFO 6,1 Prozent mehr Gehalt. Zudem soll die Lufthansa künftig Flugpläne so wenig wie möglich verändern. Nur so hätten Mitarbeiter die Möglichkeit, ihr Privatleben zu planen, hatte Müller nach den gescheiterten Verhandlungen gesagt.

Das Unternehmen hatte dem Kabinenpersonal nach eigenen Angaben bei einer 14-monatigen Laufzeit rückwirkend zum Jahresbeginn ein Volumen in der Größenordnung von bis zu zehn Prozent angeboten. Darin seien neben Gehaltserhöhungen auch eine Ergebnisbeteiligung sowie Entlastungen bei sogenannten Belastungsstrecken wie Langstreckenflügen enthalten gewesen.

Die Verhandlungen betreffen 16 000 Flugbegleiter, von denen UFO eigenen Angaben zufolge 70 Prozent vertritt. UFO hatte sich 1992 von den Vorläuferorganisationen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di abgespalten. Sollte sich die Spartengewerkschaft für einen Arbeitskampf entscheiden, wäre dies der erste Streik in ihrer Geschichte.

Von: ddp, AFP
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