Flugbegleiter wollen sich mit Piloten und Lufthansa zusammensetzen

23.03.2015 - 12:38 0 Kommentare

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) hat die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zu einer gemeinsamen Mediation aufgerufen. Gleichzeitig schloss das Kabinenpersonal eigene Streiks nicht aus.

Flugbegleiter stehen am Flughafen Frankfurt als Streikposten vor der Einfahrt zur Lufthansa-Basis.  - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Flugbegleiter stehen am Flughafen Frankfurt als Streikposten vor der Einfahrt zur Lufthansa-Basis. © dpa /Frank Rumpenhorst

Nach dem viert├Ągigen Pilotenstreik bei der Lufthansa hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo die Konfliktparteien zu einem Mediationsverfahren aufgerufen. "So kann es nicht weitergehen", appellierte die Gewerkschaft in einem jetzt ver├Âffentlichen Brief an die Lufthansa-Konzernleitung und die Vereinigung Cockpit (VC). Der Tarifkonflikt der Piloten habe Auswirkungen auf alle anderen Mitarbeiter der Lufthansa.

Ufo will sich mit Lufthansa und Cockpit "so schnell wie m├Âglich" zusammensetzen, um mit Hilfe eines Mediators die weitere Vorgehensweise auszuloten, wie es in dem Brief hie├č. Es m├╝sse "zumindest wieder eine Option auf vertrauensvolle Verhandlungen geschaffen werden". Die zerstrittenen Verhandlungspartner VC und Lufthansa reagierten zur├╝ckhaltend auf den Vorschlag. Man werde das pr├╝fen, hie├č es von beiden Seiten.

Der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies erkl├Ąrte au├čerdem, die Sorge unter den Flugbegleitern wachse immer st├Ąrker. Er bef├╝rchte, dass die Lufthansa die Auseinandersetzung mit Cockpit heranziehe, um "zus├Ątzliche Auslagerungs- und Schrumpfungsszenarien" zu rechtfertigen. Die Gewerkschaft schlie├če auch nicht aus, sich "zu gegebener Zeit" dem Streik der Piloten anzuschlie├čen.

Viele Tarifbaustellen bei der Lufthansa

Die fr├╝heren Spitzenpolitiker Friedrich Merz (CDU) und Herta D├Ąubler-Gmelin (SPD) sollen zwischen Lufthansa und Flugbegleitern schlichten. Dabei geht es um die Betriebs- und ├ťbergangsrenten. Die Lufthansa will weg von festen Rentenzusagen und nur noch vorher festgelegte Zusch├╝sse zahlen.

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Auch zwischen dem Lufthansa-Konzern und der Vereinigung Cockpit schwelt seit Monaten ein Tarifkonflikt. Zentraler Streitpunkt ist offiziell auch hier die Altersversorgung der Piloten. Die Lufthansa will die Kosten f├╝r die sogenannte ├ťbergangsversorgung k├╝nftig nicht mehr ├╝bernehmen und die Altersgrenze daf├╝r erh├Âhen. Cockpit will die geplanten Einschnitte f├╝r j├╝ngere Piloten nicht akzeptieren.

Hinter den Kulissen brodelt au├čerdem eine Auseinandersetzung um die generelle Ausrichtung der Lufthansa. Der Konzern steht international stark unter Druck und sieht sich gegen├╝ber Wettbewerbern erheblich im Nachteil. Im Dezember 2014 gab der Aufsichtsrat daher gr├╝nes Licht f├╝r die Gr├╝ndung einer neuen Billigmarke, der Eurowings. ├ťber die unternehmerische Strategie will die Lufthansa aber nicht mit ihren Mitarbeitern in Cockpit und Kabine verhandeln.

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Neben dem Konflikt mit den Piloten und Flugbegleitern ist zudem die aktuelle Tarifrunde mit Verdi eine weitere Baustelle f├╝r die Lufthansa. Verdi will f├╝r die Lufthansa-Besch├Ąftigten am Boden aktuell ein deutliches Gehaltsplus erstreiten. Anders als die Piloten- sowie die Flugbegleitergewerkschaft will sie das Thema Betriebsrenten bei den anstehenden Tarifverhandlungen allerdings komplett auslassen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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