Flugbegleitergewerkschaft Ufo sagt Lufthansa-Streiks ab

25.11.2015 - 10:10 0 Kommentare

Doch keine Streiks bei der Lufthansa: Die Flugbegleiter haben ihren Arbeitskampf abgesagt - allerdings nur vorerst. Das weitere Vorgehen hängt vom Jobgipfel ab.

Ein Lufthansa-Logo leuchtet auf dem Flughafen in Frankfurt vor einer Anzeigetafel.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Lufthansa-Logo leuchtet auf dem Flughafen in Frankfurt vor einer Anzeigetafel. © dpa /Boris Roessler

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ihren angekündigten Streik bei der Lufthansa abgesagt. Der Konzern habe sich im Streit um die Alters- und Übergangsversorgung "deutlich" auf das Kabinenpersonal zubewegt, teilte die Gewerkschaft mit. Diese Annäherung kann laut Lufthansa eine "Basis für eine Lösung" sein. In anderen Streitpunkten soll eine Schlichtung den Durchbruch bringen.

Die Flugbegleiter hatten ursprünglich angekündigt, am Donnerstag und Freitag zu streiken - notfalls auch noch einmal am nächsten Montag. Die Wende brachte ein Gesprächsangebot des Lufthansa-Vorstands. Bei dem Spitzentreffen am Dienstag seien die inhaltlichen Differenzen "an einigen Stellen deutlich zu Tage getreten", erklärte die Ufo. "Das Gespräch zeigte erwartungsgemäß, dass die Probleme nicht kleiner geworden sind."

Ufo habe auf Basis des Gesprächs jedoch einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der nach "langwierigen Abstimmungsprozessen" dann unterschriftsreif gewesen sei, erklärte die Gewerkschaft. In dem Papier akzeptiere die Lufthansa die Zwischenmitteilung der Schlichter als Ausgangsbasis für eine Neuregelung der Versorgungsfragen. Das Schlichtungsverfahren war im Juni ergebnislos zu Ende gegangen.

Schlichtung als Ziel

Laut Ufo einigten sich das Unternehmen und die Gewerkschaft nun darauf, bis zum angesetzten Jobgipfel am 2. Dezember "Verfahren festzulegen, um den Konflikt insgesamt zu lösen". Geplant sei, alle Themen der Agenda Kabine und des "Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung" in eine Schlichtung zu führen.

Ziel der Schlichtung sei es, wieder Wachstumsperspektiven für die Lufthansa Passage zu schaffen, erklärte der Konzern. Lufthansa erkenne positiv an, dass Ufo zu nachhaltigen Senkungen der Personalkosten bereit sei.

Ab dem 2. Dezember sind wieder Streiks möglich

Die Flugbegleitergewerkschaft erklärte, bis zu dem Jobgipfel auf weitere Streiks zu verzichten. Um danach auch Arbeitsniederlegungen ausschließen zu können, müssten aber noch weitere Vereinbarungen getroffen werden, forderte Ufo. Die Lufthansa erklärte, ihr Ziel sei eine "nahtlose Friedenspflicht" bis zum Ende des Schlichtungsprozesses.

Ufo hatte in der laufenden Tarifrunde erstmals Anfang November gestreikt und der Lufthansa mit Arbeitsniederlegungen zwischen dem 6. und dem 13. November den längsten Streik in der Unternehmensgeschichte beschert. Insgesamt fielen rund 4700 Flüge aus; etwa 550.000 Passagiere waren davon betroffen.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Zum Streikabschluss drohen Flugbegleiter mit neuem Arbeitskampf

Die Lufthansa befindet sich derzeit mit mehreren Gewerkschaften in einem langwierigen Tarifkonflikt. Sie will deshalb Anfang Dezember alle beteiligten Gewerkschaften an einen Tisch holen - neben Ufo auch Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Pilotenvereinigung Cockpit.

Letztere hatte dem Treffen aus rechtlichen Gründen eine Absage erteilt. An der Vorbereitung des Meetings sollen nun alle drei Gewerkschaften mitwirken, wie die Lufthansa erklärte. Ziel sei, die wichtigen Punkte aller Beteiligten zu diskutieren.

Eurowings-Strategie schwingt mit

In den Tarifkonflikten mit den verschiedenen Gewerkschaften geht es um Löhne und die Übergangsversorgung für ältere Arbeitnehmer. Im Hintergrund aber steht immer auch der Streit um das Sparkonzept Eurowings.

Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Lowcost-Strecken setzen. Das Personal der günstigen Billigtochter Eurowings soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter.

Von: ch, AFP, dpa, dpa-AFX
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