Flugbegleiter kritisieren Lufthansa-Pläne zur Neuverhandlung der Alters- und Übergangsversorgung

03.09.2013 - 11:46 0 Kommentare

Die Ankündigung der Lufthansa, die Tarifverträge zur Alters- und Übergangsversorgung kündigen zu wollen, hat die Flugbegleiter verärgert. Aus Gewerkschaftssicht droht sogar eine tarifliche Eiszeit.

UFO-Chef Nicoley Baublies - © © dpa -

UFO-Chef Nicoley Baublies © dpa

Scharf kritisiert hat jetzt die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) die Ankündigung der Lufthansa, die Tarifverträge zur betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung im Inland aufkündigen und neu verhandeln zu wollen. Als einen unsauberen Angriff auf einen der sensibelsten Bereiche für die Kabinenmitarbeiter, bezeichnete dies heute Ufo-Chef Nicoley Baublies im Gespräch mit airliners.de: "Die Leute sind völlig panisch", beschrieb er die ersten Reaktionen auf die Lufthansa-Pläne.

Zwar sei Ufo auf die jetzige Situation vorbereitet gewesen, schließlich wären die Verträge eigentlich auch schon im vergangenen Jahr kündbar gewesen. "Doch von Form und Zeitpunkt waren wir schon überrascht", sagte Baublies. Am Wochenende war das Lufthansa-Vorhaben erstmals über Medienberichte in die Öffentlichkeit gelangt. Vor zwölf Monaten wäre der Zeitpunkt für die Kündigung der Verträge allerdings äußerst ungewöhnlich gewesen: Damals lagen Ufo und Lufthansa in einem harten Tarifstreit, Flugbegleiter legten mit ihrem bisher größten Streik den Flugverkehr bei der Kranich-Airline in großen Teilen lahm. Erst zum Jahresende näherten sich die Parteien wieder einander an.

Aus Sicht von Nicoley Baublies droht nun eine tarifliche Eiszeit. Schließlich habe die Lufthansa nicht erst einmal nur mit einer Aufkündigung der Tarifverträge gedroht, sondern dies direkt angekündigt. Und das sei geschehen, ohne das Gespräch zu suchen oder Forderungen zu stellen. Dabei könnten sich Unternehmen und Gewerkschaften professionell mit dem Thema auseinandersetzen, so Baublies. Dass allerdings bei Neuverhandlungen neue Mitarbeiter in der Alters- und Übergangsversorgung schlechter gestellt werden könnten, als das Bestandspersonal, "diese Linie geht Ufo nicht mit."

Für das Lufthansa-Sparprogramm "Score" hätten die rund 19.000 Flugbegleiter bereits einen deutlichen Beitrag geleistet. Mit dem im vergangenen Jahr eingeleiteten Maßnahmen will die Airline ihr Ergebnis dauerhaft um 1,5 Milliarden Euro im Jahr verbessern. Die schrittweise Übernahme eines großen Teil des Lufthansa-Europaverkehrs durch die sogenannte "neue Germanwings" sei bereits ein Rieseneinschnitt gewesen.

Doch auch wenn gespart werden muss: "Die Versorgung gehört nicht zu den Kompromissfeldern", betonte der Gewerkschafter. Schließlich werden die Betriebsrenten maßgeblich von den Mitarbeitern selbst finanziert. Baublies kündigte an, nun weitere Schritte prüfen zu wollen. Mit Hilfe von Experten soll die Rechtslage geklärt werden.

Von: airliners.de
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