Flugbegleiter akzeptieren Schlichtungsverfahren bei Lufthansa

23.07.2014 - 16:29 0 Kommentare

Der Lufthansa-Konzern steht vor einem Umbau. Auch das Personal soll zu geringeren Kosten beitragen. Zumindest mit den Flugbegleitern hat man sich auf einen langfristigen Fahrplan für die Gespräche geeinigt.

Mitarbeiter der Lufthansa demonstrieren am 07.09.2012 am Flughafen München. - © © dpa - Peter Kneffel

Mitarbeiter der Lufthansa demonstrieren am 07.09.2012 am Flughafen München. © dpa /Peter Kneffel

In der Diskussion um den künftigen Kurs der Lufthansa hat der Konzern die Gefahr von Streiks der Flugbegleiter verringert. Mit der Kabinengewerkschaft Ufo hat das Unternehmen einen Fahrplan für die komplexen Tarifgespräche zu verschiedensten Themen vereinbart, der bis zum Jahresende 2015 reicht, wie am Mittwoch in Frankfurt mitgeteilt wurde. Darin hat die Gewerkschaft eine automatische Schlichtung akzeptiert, falls über den 15. Januar 2015 hinaus miteinander gesprochen wird. Auch der vorhergehenden Vermittlung durch einen Moderator stimmten beide Seiten zu.

Ufo-Chef Nicoley Baublies bestätigte die Schlichtungsvereinbarung - verwies aber auch darauf, dass die Gewerkschaft bis Januar jederzeit «die Notbremse» ziehen könne, falls Lufthansa gegen das Personal gerichtete Maßnahmen umsetze. In der laufenden Schlichtung habe dann jede Seite das Recht, mit einer Frist von vier Wochen einen nicht bindenden Schlichterspruch zu erzwingen. Mit dem Ablauf der Frist könne dann ebenfalls gestreikt werden.

Beide Parteien wollen eine Vielzahl von Themen behandeln. Sie reichen von den Betriebs- und Übergangsrenten über die Gehälter und Arbeitsbedingungen bis hin zu den Folgen strategischer Unternehmensentscheidungen für die Beschäftigten. So verlangt Lufthansa-Chef Carsten Spohr von seinem Kabinenpersonal 20 Prozent Kostenvorteile, wenn die geplanten Billig-Fernflüge unter der Marke Lufthansa mit Lufthansa-Personal besetzt werden sollen. Anderenfalls könnten fremde Crews von Dienstleistern geleast werden.

Über weitergehende Umbaupläne wie den Ausbau der sogenannten Wings-Familie zu Billigflug-Gesellschaften will Lufthansa die Gewerkschaft «transparent informieren».

Unberührt von der Vereinbarung sind die weiteren Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die in diesem Jahr Lufthansa bereits drei Tage lang bestreikt hat, um die Übergangsversorgung der Flugzeugführer zu sichern. Diese Verhandlungen dauern an, war zuletzt zu hören.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Flugbegleiter der Lufthansa stehen während eines Warnstreiks im Januar 2009 vor einem Eingang für Lufthansa-Bedienstete. "Wir brauchen in diesem Konflikt mehr Trennschärfe"

    Interview Ufo-Altgewerkschafter Hien schildert im Gespräch mit airliners.de seinen jüngsten Acht-Augen-Termin bei Ryanair und erläutert, warum ihm der Streit um die Zukunft von Vorstandskollege Baublies zu kurz greift.

    Vom 25.07.2018
  • Flugbegleiterausbildung bei Lufthansa Aviation Training. Lufthansa erneuert Flugbegleiterausbildung

    2500 Flugbegleiter bildet Lufthansa Aviation Training in diesem Jahr für die deutsche Kranich-Airline aus. Seit März kommt dabei ein neues Trainingsmuster zum Einsatz: mehr Digitalisierung und Individualität.

    Vom 04.07.2018
  • Flugbegleiter von Ryanair. Ryanair erkennt weitere Kabinenvertreter an

    Flugbegleitergewerkschaften in Portugal und Spanien fordern Zugeständnisse von Ryanair und drohen mit Streiks, indes erkennt der Billigflieger in Italien zwei Kabinenorganisationen offiziell an. In Deutschland laufen Gespräche mit Verdi und Ufo nur schleppend.

    Vom 06.06.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus