Flugausfälle und Verspätungen kosten Air Berlin offenbar Millionen

01.06.2017 - 14:35 0 Kommentare

In letzter Zeit fallen bei Air Berlin gehäuft Flüge aus oder verspäten sich. Die Airline muss dafür Ausgleichszahlungen leisten - und zwar in Höhe von fünf Millionen Euro, heißt es jetzt in einem Medienbericht.

Ein Passagier läuft durch den Flughafen-Tegel. - © © dpa - Sophia Kembowski

Ein Passagier läuft durch den Flughafen-Tegel. © dpa /Sophia Kembowski

Air Berlin hat aufgrund der Flugausfälle und Verspätungen der letzten Zeit rund fünf Millionen Euro Entschädigung an betroffene Passagiere gezahlt. Das berichtet die "Wirtschaftswoche". Das Blatt beruft sich dabei auf Flugastrechte-Portale. Die fünf Millionen Euro seien zwischen Januar und Mai gezahlt worden, hieß es. In diesem Zeitraum seien es doppelt so viele Fälle gewesen wie in den ersten fünf Monaten 2016.

Auch Passagiere auf Flügen, die Air Berlin im Auftrag von Eurowings durchführt, seien betroffen. "Hier senden beide Airlines die Passagiere im Kreis und jede behauptet, die andere müsse zahlen", zitiert das Blatt den Sprecher eines Flugastrechte-Portals.

Mehrere Baustellen bei Air Berlin

Fluggäste können nach EU-Recht bei einer Flugannullierung oder Verspätung von mehr als drei Stunden Anspruch auf eine pauschale Ausgleichszahlung haben. Der Betrag ist von der Entfernung abhängig und liegt zwischen 250 und 600 Euro.

Bei Air Berlin kommt es seit einiger Zeit zu Verspätungen und Flugausfällen. Laut Airline-Angaben ist ein Grund dafür die Abfertigung am Airport Berlin-Tegel, die Probleme bereitet. Der zuständige Bodenverkehrsdienstleister Aeroground weist die Vorwürfe zurück.

© Andreas Wiese/Flughafen Düsseldorf, Lesen Sie auch: Air Berlin rutscht immer tiefer ins Minus

Als weiteren Grund nannte Air Berlin den Umbau des Unternehmens. Die österreichische Tochter Niki hätte bereits verkauft sein sollen, damit sie zusammen mit Tuifly einen neuen Ferienflieger bilden kann. Doch behördliche Genehmigungen fehlen noch.

Für Air Berlin heißt das: Die Airline muss weiterhin mehr als 30 Niki-Maschinen betreiben, was so nicht geplant war. Es stünden diesbezüglich viele Verwaltungsaufgaben an, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin kürzlich zu airliners.de. Die Airline hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von 782 Millionen Euro eingefahren.

Von: ch
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