Flug MH370 laut Satellitendaten über dem Indischen Ozean abgestürzt

24.03.2014 - 17:36 0 Kommentare

Das verschollene Malaysia-Airlines-Flugzeug muss neuesten Analysen zufolge über dem Indischen Ozean abgestürzt sein. Das sagte Malaysias Regierungschef Najib Razak mit Hinweis auf die letzten Satellitendaten.

Beratungen im malaysischen Krisenstab zum Flug MH370.

Beratungen im malaysischen Krisenstab zum Flug MH370.
© Malaysia Ministry of Transport

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung
© Inmarsat

Das Suchgebiet im Indischen Ozean wurde erneut ausgeweitet.

Das Suchgebiet im Indischen Ozean wurde erneut ausgeweitet.
© AMSA

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.
© AMSA

Malaysia Airlines Flug MH370 ist nach neuesten Analysedaten über dem Indischen Ozean abgestürzt. Das letzte Signal sei von einer Region westlich von Perth in Australien aufgefangen worden, weitab von jeder Landemöglichkeit, sagte Malaysias Regierungschef Najib Razak heute vor der Presse in Kuala Lumpur.

«Mit Bedauern und Betroffenheit muss ich sagen (...), dass Flug MH370 über dem südlichen Indischen Ozean geendet hat», sagte Najib. Die neue Analyse stamme von der britischen Air Accidents Investigation Branch (AAIB) sowie dem britischen Satellitenbetreiber Inmarsat, der die letzten elektronischen Signale der Boeing aufgefangen hatte. Morgen soll es weitere Informationen zu den neuen Erkenntnissen geben.

Der Regierungschef benutzte das Wort Absturz selbst nicht. Er machte aber auch deutlich, dass es keine Hoffnung für die Menschen an Bord gebe. «Für die Angehörigen waren die vergangenen Wochen herzzerreißend», sagte Najib. «Ich weiß, dass diese Nachricht noch härter ist. Ich bitte die Medien dringend, ihre Privatsphäre zu respektieren.»

Grünes und orangefarbenes Treibgut hatte zuletzt im Indischen Ozean neue Hoffnung geweckt, dem Rätsel um die verschwundene Malaysia-Airlines-Maschine bald auf die Spur zu kommen. Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckte die Teile, musste sich aber auf den Heimweg machen, bevor das Versorgungsschiff «HMAS Success» die Stelle erreichen konnte.

© AUV-Team GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel/dpa Lesen Sie auch: Deutsche Forscher wollen mit Mini-U-Boot nach vermisster Boeing suchen

Aus Sucheinsatz könnte bald Bergungsmission werden

Insgesamt waren am Montag zehn Flugzeuge im Einsatz, darunter zwei aus China und eines aus Japan. Das Suchgebiet liegt rund 2000 bis 2500 Kilometer südwestlich von Perth an der australischen Westküste. Es dauert drei Stunden, bis die Suchflugzeuge die Region erreichen.

Sobald Wrackteile eindeutig identifiziert sind, können Meeresforscher anhand der Strömungsmodelle feststellen, wo die Maschine ins Wasser getaucht sein muss. Die Zeit drängt: Die Blackbox, die technische Daten und Gespräche im Cockpit aufzeichnet, funkt etwa 30 Tage lang ein Signal. Das ist nach Angaben von Experten noch aus mehr als 4000 Metern Wassertiefe zu empfangen - so tief dürfte das Meer in dem angenommenen Absturzgebiet sein.

Die US-Marine schickte eine Spezialausrüstung zur Ortung des Flugschreibers in bis zu 6000 Metern Tiefe. Es handle sich um eine "vorsorgliche Maßnahme", erklärte Marinesprecher William Marks. Nach Einschätzung der französischen Luftfahrtbehörde BEA war es allerdings noch deutlich zu früh für eine mögliche Unterwasser-Suche in dem "extrem großen" Suchgebiet. Drei BEA-Ermittler, die bereits Erfahrungen mit der Bergung der Flugdatenschreiber von Air-France-Flug AF447 haben, sind bereits in Kuala Lumpur.

© AUV-Team GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel/dpa Lesen Sie auch: Black Box sendet 30 Tage lang Signale

Die Strömung ist in dem rauen Seegebiet stellenweise gewaltig. Die Universität von Westaustralien hat Computermodelle entwickelt, um zu sehen, wohin mögliche Wrackteile getragen worden sein könnten. «Die Strömung treibt die Teile in zwei Sekunden einen Meter weit», sagte Meeresforscher Charitha Pattiaratchi - das wären bis Montag 700 Kilometer gewesen.

In dem derzeitigen Suchgebiet seien die Verhältnisse aber anders, berichtete der Amsa-Abteilungsleiter für Noteinsätze, John Young. Die Flugzeuge haben Bojen ins Wasser gesetzt, die ihre Position via Satellit übermitteln und mit der Strömung treiben. Die Bojen seien in verschiedene Richtungen getrieben worden oder hätten sich im Kreis bewegt, sagte Young. «Das ist gut für uns, dann müssen wir das Suchgebiet nicht jeden Tag neu anpassen», sagte er.

Die Boeing 777-200 war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass Flug MH370 eine Kehrtwende machte und anschließend noch stundenlang mit geänderter Route weitergeflogen war, nachdem die Kommunikationssysteme im Cockpit offenbar von Hand abgeschaltet wurden. Alle Meldungen zum Thema MH370.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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