Eine Passagiermaschine setzt zur Landung auf der Nordwest-Landebahn des Flughafens Frankfurt/M. an.
© dpa - Boris Roessler
Silhouette eines Flugzeugs im Landeanflug
© dpa - Robert Schlesinger
Seit der Eröffnung der neuen Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen vor 14 Monaten haben 132 Anwohner ihre Immobilie an die Fraport AG verkauft. Der Flughafenbetreiber hat dafür bislang rund 26 Millionen Euro ausgegeben. Nach Fraport-Angaben lagen bis Jahresende 219 weitere Anträge auf Verkauf im Rahmen des sogenannten Casa-Programmes vor.
Fraport reißt die erstandenen Häuser in den besonders von Fluglärm betroffenen Gebieten allerdings weder ab, noch werden sie zweckentfremdet. Auch gehandelt werde mit den erworbenen Häusern und Wohnungen nicht. "Die Immobilien bleiben im Bestand", sagte Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Die gekauften Häuser vermietet Fraport stattdessen weiter.
Die neuen Bewohner sind lärm-unempfindliche Menschen oder auch einfach weiterhin die ehemaligen Besitzer: Etwa jeder fünfte Ex-Hausbesitzer mietet seine ehemalige Immobilie einfach von der Fraport wieder zurück und lebt weiter in der Einflugschneise. Der Leerstand beträgt nach Unternehmensangaben nur rund zehn Prozent.
Nach Einschätzung des Flörsheimer Bürgermeisters Michael Antenbrink (SPD) ziehen momentan sogar mehr Menschen nach Flörsheim, als der Stadt wegen des Lärms den Rücken kehren. "Das hatten wir so nicht erwartet", bekennt Antenbrink. In Flörsheim seien die Preise für Immobilien vergleichsweise günstig und die Stadt sei optimal an das Verkehrsnetz angeschlossen.
Im Februar letzten Jahres hatte Fraport das Casa-Programm erweitert. Jeder Eigentümer, dessen Immobilie die Casa-Programmvoraussetzungen erfüllt, könne sein Haus oder seine Wohnung an Fraport verkaufen, sagte Hulick. Eine Obergrenze zur Finanzierung habe das Unternehmen nicht. "Es ist nicht so, dass der Topf irgendwann leer ist". Das häufig erwähnte Budget des Casa-Programms von mehr als 100 Millionen Euro sei lediglich ein Schätzwert.
Ein Verkaufsrecht wird Hausbesitzern in den neuen Einflugschneisen - vor allem in Flörsheim und Kelsterbach - eingeräumt, die ihre Immobilie vor dem 10. Juni 2002 erstanden haben. Von diesem Tag an sei der Bau der neuen Landebahn vorhersehbar gewesen.
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