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Flight Tracker - Praktisches Helferlein zur Flugorganisation

09.01.2018 - 16:15 0 Kommentare

Wer seine persönliche Flughistorie speichern möchte und jede Menge weitere Features rund um seine Flüge nutzen will, dem empfiehlt unser Digital Passenger Andreas Sebayang die App Flight Tracker.

The Flight Tracker zeigt auf einer Karte alle abgeflogenen Flugstrecken an. - © © airliners.de  - Andreas Sebayang

The Flight Tracker zeigt auf einer Karte alle abgeflogenen Flugstrecken an. © airliners.de /Andreas Sebayang

Wer gerne seine Flughistorie speichert, der hat nicht allzu viele Möglichkeiten. Zwar hat man als Vielflieger etwa bei British Airways eine Historie von Flügen, doch das gilt nicht für die gesamte Allianz und zusätzlich muss man einen Account erstellen.

Bei der Lufthansa-App läuft man ohne Account große Gefahr, dass die Applikation bei einem Update einfach die Flughistorie löscht. Nutzt man als Lufthansa-Vielflieger eine Drittanbieter-App, riskiert man Meilenverluste.

Wer eine längere Reise vorhat, dem hilft ein zentraler Anlaufpunkt mit vernünftiger Unterstützung diverser Luftfahrtfunktionen. Davon abgesehen, dass damit auch die eigene Reisehistorie gespeichert werden kann. Das bekommt ein Kalender beispielsweise nicht besonders schön hin. Die Apps der Fluggesellschaften sind hingegen nur kurzfristige Hilfen, da diese oft schon bei Codeshare-Flügen an ihre Grenzen stoßen.

Immer informiert sein

Auf meinen Reisen begleitet mich seit 2012 eine App mit dem Namen The Flight Tracker von Impala Studios. Das kleine Programm gibt es auch für Android und hieß früher einmal Flight+. Der folgende Text bezieht sich aber auf iOS, sprich das iPhone und das iPad.

Für mich ist diese Anwendung eine ideale Ergänzung zu den Apps der Airlines, die doch von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Ersetzen lassen sich diese leider nicht, da das Einchecken, die Übertragung des Gepäckanhängers auf Smart Bags und diverse Entertainment-Systeme den Apps der Carrier vorbehalten bleiben.

Trotzdem habe ich mir seit der Entdeckung dieser App angewöhnt, jeden Flug dort einzutragen, sobald er gebucht wird. Das hat ein bisschen mit Luftfahrtaffinität zu tun. Zusätzlich ist es praktisch, da die App einen meist zentral über Flugverspätungen aller eingetragener Flüge informiert.

Die Technik ist zwar noch nicht perfekt, doch in 90 Prozent aller Fälle bin ich über eine Verspätung informiert, bevor diese auf den Abflugtafeln im Flughafen zu sehen ist. Das gilt auch für Anschlussflüge.

Die App informiert über den Flugzeugtyp, die Distanz (wahlweise in Meilen oder Kilometern) und die Dauer des Fluges samt den Zeitzonen. In sehr seltenen Fällen - zumindest in Europa - werden auch Terminal und Gate angezeigt. Theoretisch gibt es auch eine Anzeige für die Gepäckausgabe. Doch das ist eine Funktion, die derzeit nur an sehr wenigen Flughäfen zur Verfügung steht.

Iata- und Icao-Codes funktionieren

Das Eintragen der Flüge ist dabei ziemlich simpel. Man gibt das Datum, den Abflug- und den Ankunftsflughafen ein. Für den Vielflieger praktisch: Sowohl Iata-Codes (TXL für Berlin-Tegel) als auch Icao-Codes (EDDT) funktionieren. Das beschleunigt die Suche. Natürlich lässt sich auch einfach Tegel eintippen. Was nicht so recht funktioniert, sind die Iata-Codes für eine Region, also etwa NYC für New Yorks Flughäfen LGA, JFK und EWR oder TYO für die Tokioter Flughäfen NRT und HND. Wer das braucht, muss die Volltextsuche nutzen und dort den Städtenamen eingeben.

Anschließend werden dem Anwender dann alle Flugmöglichkeiten des Tages angezeigt, inklusive aller vergangen oder gerade aktiven Flüge. Letztere haben einen Fortschrittsbalken. Wer will, kann sich die Flugdetails anzeigen lassen oder den Flug zu seiner Sammlung hinzufügen. Flüge lassen sich zudem gruppieren. Praktisch ist dabei, dass einem die Zeit für den Layover zwischen zwei Flügen angezeigt wird. Wer will, kann Flight Tracker zudem mit der Reiseorganisations-App Tripit verbinden, was ich aber nie gemacht habe.

Eine Kartenübersicht zeigt einem zudem die theoretische Position des Fliegers an. Das ist allerdings nur eine grobe Schätzung. Auch die tendenzielle Verspätungsgefahr eines Airports wird angezeigt. Ein Tippser auf den Flughafen offenbart das Flight Board, Wetter und alle Ziele, die es ab dem Flughafen gibt.

Für den Flug-Fan schön: Die Übersichtskarte zeigt sämtliche eingetragenen Flüge an. Leider lässt sich das nicht nach Gruppen auflösen und die Anzeige der Flughafenverspätungen blockiert große Teile der Karte bei weit herausgezoomter Ansicht.

Keine perfekte App

Es gibt natürlich auch einige Schwächen. Wer die App verwendet, sollte beispielsweise wissen, dass die Seatmaps fast nie stimmen. In seltenen Fällen blieben bei mir in den letzten Jahren Flüge "hängen", sprich sie sind nie angekommen.

Diese Flüge müssen dann gelöscht werden. Das war vor allem in den Anfangszeiten der App ein Problem. In den letzten Jahren ist mir das nicht mehr aufgefallen.

Schwierig sind auch langfristig gebuchte Flüge. Die finden sich nicht immer in den Datensätzen, die Flight Tracker verwendet. Wer außerdem ein iPhone oder iPad mit nur einem GByte RAM hat, der bekommt ziemliche Leistungsprobleme ab etwa 100 eingetragenen Flügen. Sehr unzuverlässig ist zudem die Kartenanzeige, die auf Apple Maps unter iOS basiert. Im Flugzeug, ohne Internetverbindung, wird oft nur der Graph des Fluges angezeigt. Das liegt allerdings an der Art, wie iOS Kartenmaterial zwischenspeichert.

Zu den Kosten

Die App ist im Prinzip kostenlos nutzbar, jedoch dann ziemlich mit Werbung befüllt. Die Werbung dient selbstverständlich der Finanzierung. Mit der kostenlosen Version lässt sich die App aber gut testen, um herauszufinden, ob sie einem die sieben Euro unter iOS oder rund fünf Euro unter Android wert ist. Für den Vielflieger kann ich die App jedenfalls sowohl in der kostenlosen als auch der Bezahl-Version empfehlen.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Instagram-Account AroundTheBlueMarble. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: Andreas Sebayang für airliners.de
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