Lufthansa-Crews warnen vor Personalengpässen

10.05.2016 - 13:47 0 Kommentare

Ob Cockpit oder Kabine: Beim fliegenden Personal der Lufthansa gibt es offenbar einige Kapazitätsprobleme. Nicht nur Piloten sollen fehlen, auch die Flugbegleiter müssen mit reduzierten Crews auf die Langstrecke gehen.

Ein Lufthansa-Pilot beim Check-in. - © © dpa - Valentin Gensch

Ein Lufthansa-Pilot beim Check-in. © dpa /Valentin Gensch

Die Lufthansa kämpft momentan offenbar mit massiven Problemen beim fliegenden Personal. Egal, bei welchem Flugzeugmuster: Es müssten Überstunden geleistet werden, "bis es quietscht", bestätigte jetzt ein Pilot der Kranich-Airline im Gespräch mit airliners.de entsprechende Brancheninformationen.

Während normalerweise etwa 70 bis 72 Flugstunden im Monat üblich seien, wären es in seinem Fall beispielsweise schon mal 80 bis 90, so der Pilot. Geflogen werde bis ans Limit und das schon vor der Hochsaison im Sommer.

Ein weiterer Effekt: Weil Piloten fehlen, könnten eine Reihe von Flugzeugen derzeit nicht abheben. In München seien beispielsweise vier Airbus A340 betroffen, so der Pilot zu airliners.de. Zudem wisse er von mindestens zehn A320, für die das gelte.

Vereinbarung vom März reicht nicht aus

Doch nicht nur bei den Piloten knirscht es momentan - auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) kritisiert Personalengpässe bei der Lufthansa. Eine im März getroffene Vereinbarung über mehr Flugstunden reiche dabei nicht aus, sagte ein Ufo-Sprecher. Nun sei geplant, dass ab Juni alle A340 und Boeing 747 der Lufthansa mit reduzierter Kabinencrew starten sollen.

Im Falle der A340 seien dann nur noch acht statt neun Flugbegleiter an Bord. Dass werde sich nicht nur auf die Servicequalität der Lufthansa auswirken, die sich selbst eigentlich das Ziel Fünf-Sterne-Airline auf die Fahnen geschrieben hat. Auch für die Mitarbeiter sei die Situation bereits jetzt ein Riesenproblem, so der Ufo-Vertreter, der von völlig verzweifelten Leuten und einem gigantischen Krankenstand sprach. Auf der nächsten Personalversammlung an diesem Donnerstag, 12. Mai, soll das Thema nun noch einmal mit Airline-Vertretern diskutiert werden.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Lufthansa-Flugbegleiter verzichten auf einen freien Tag

Ein Lufthansa-Presseprecher bestätigte auf Nachfrage von airliners.de, dass bis September auf einzelnen Flugzeugmustern temporär weniger Flugbegleiter als üblich eingesetzt werden. Das seien aber immer noch mehr als mindestens vorgeschrieben, betonte er.

Überstunden bei den Piloten im Rahmen des Sommerflugplans seien üblich, so der Sprecher weiter. Gleichzeitig hob er hervor, dass in diesem Zeitraum die gesamte Flotte wie geplant bereedert werden könne. Die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit wollte sich aufgrund der laufenden Tarifverhandlungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zur Personalpolitik der Lufthansa äußern.

Zudem sagte der Lufthansa-Sprecher, dass "bis zu drei A340-600 wegen der Kapazitätsentwicklung derzeit nicht eingesetzt werden". Sie würden für den aktuellen Flugplan nicht gebraucht. Dass auch A320 betroffen seien, müsse er hingegen dementieren.

Seit geraumer Zeit gilt bei der Lufthansa die Devise, junge Piloten bis auf weiteres nicht mehr zu den Bedingungen des bestehenden Konzerntarifvertrags einzustellen. Stattdessen sollen ihnen eine berufliche Zukunft in anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns wie der Eurowings, Swiss oder Austrian ermöglicht werden. Vor allem zwischen den Cockpit-Crews der Lufthansa und der Eurowings gibt es beim Gehalt aber erhebliche Unterschiede.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Eurowings startet Betrieb in Wien

Von: gk
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