Fliegen ohne Kerosin «nur eine Frage der Zeit»

17.09.2012 - 09:34 0 Kommentare

Der Flughafen Stuttgart forscht zusammen mit der Universität Stuttgart und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an Möglichkeiten, wie sich die Luftfahrt künftig vom Kerosin unabhängig machen kann.

Probeflug des Brennstoffzellenflugzeugs Antares DLR-H2 am Stuttgarter Flughafen - © © dpa - Bernd Weißbrod

Probeflug des Brennstoffzellenflugzeugs Antares DLR-H2 am Stuttgarter Flughafen © dpa /Bernd Weißbrod

Dass Flugzeuge ohne Kerosin fliegen können, ist nach Einschätzung von Stuttgarts Flughafenchef Georg Fundel nur noch eine Frage der Zeit. «Viele machen sich Sorgen, ob man in etwa 20 Jahren noch fliegen kann und ob es noch ausreichend Kerosin gibt», sagte der Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) der Nachrichtenagentur dpa. In Kooperation mit dem Fachbereich Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erforsche der Flughafen deswegen neue Wege, um sich vom Kerosin unabhängig zu machen.

In dieser Woche werden auf dem Stuttgarter Flughafen Flugzeugtypen präsentiert, an denen aktuell zum Thema «Nachhaltiges Fliegen» geforscht wird. Dazu wird der Flieger «Antares H2» auf dem Landesflughafen landen - nach einem Rundflug über Deutschland.

«Antares fliegt mit Wasserstofftechnologie. Dieses Flugzeug ist nicht schwer und die Brennstoffzelle auch nicht, bringt aber eine hohe Leistung», sagte Fundel. Ihm zufolge wird es aber noch einige Zeit dauern, bis diese Technologie die große Masse in Passagierflugzeugen in die Luft bringen kann.

Der Flugverkehr werde der letzte Bereich sein, der vom Erdöl wegkomme. Ohne Kerosin werden Passagierflugzeuge ihm zufolge frühestens in 20 Jahren abheben können. «Jetzt muss man sich nur noch um den richtigen Antrieb kümmern», sagte Fundel. Derzeit werde fieberhaft nach einem Ersatz für die Düse und das Kerosin - sprich alternativen Antrieben - geforscht.

Mit Photovoltaik lassen sich Flugzeuge allerdings nicht fliegen. «Die Batterien, die notwendig wären, sind zu schwer, um herkömmliche größere Flugzeuge samt Fracht in die Luft zu bringen», betonte Fundel.

Von: Tatjana Bojic, dpa
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