Finanzkrise in Griechenland geht an deutschen Airlines vorbei

07.07.2015 - 08:15 0 Kommentare

Die deutschen Airlines spüren derzeit kaum die Auswirkungen der Finanzkrise in Griechenland. Die Nachfrage der Passagiere ist gut - und das wird auch so bleiben, schätzen die Fluggesellschaften.

Passagiere warten vor einer Anzeigentafel auf dem Flughafen München. - © © FMG - Werner Hennies

Passagiere warten vor einer Anzeigentafel auf dem Flughafen München. © FMG /Werner Hennies

Die Finanzkrise in Griechenland hat bisher keine Auswirkungen auf die Buchungen bei deutschen Airlines. So hat zum Beispiel Air Berlin keine Schwierigkeiten. Aber auch bei Lufthansa, Condor und Germania ist das der Fall, wie eine Anfrage von airliners.de ergab. Die Griechen hatten am Wochenende bei einer Abstimmung die bisherige Rettungspolitik abgelehnt. Das macht eine Staatspleite wahrscheinlich. Trotzdem sind die deutschen Airlines weiter optimistisch.

So sagte Konzern-Sprecher Thomas Jachnow: Die Situation in Griechenland habe bisher keine Auswirkungen auf die Buchungen der Lufthansa-Airlines gehabt. Im Gegenteil: Die Entwicklung sei sehr positiv, man sei "seit Monaten ausgebucht". Allein die Lufthansa-Tochter Germanwings bietet 60 Verbindungen pro Woche nach Griechenland an.

Auch Zahlungsschwierigkeiten habe es keine gegeben, so Jachnow weiter. Die griechische Regierung hatte eine Woche lang die Banken geschlossen und den Kapitalverkehr kontrolliert. "Das ist spurlos an uns vorbeigegangen", so der Sprecher zu airliners.de.

Airlines halten an Flügen nach Griechenland fest

Eine ähnliche Situation gibt es bei Deutschlands zweitgrößter Airline, Air Berlin. Die Fluggesellschaft verzeichnet trotz der Krise keinen Rückgang bei der Griechenland-Nachfrage. "Wir sehen derzeit keinen Abriss bei den Flugbuchungen", sagte Airline-Chef Stefan Pichler bei einem Luftfahrt-Kongress in Frankfurt.

Es gebe auch keine operativen Schwierigkeiten an den griechischen Flughäfen, so Pichler weiter. Air Berlin werde auch weiterhin ihr Programm von 74 Griechenland-Flügen aus Deutschland und Österreich in der Woche anbieten. "Griechenland ist ein attraktives Urlaubsland mit einer guten touristischen Infrastruktur. Die Deutschen und die Europäer werden auch weiterhin dorthin fliegen", sagte Pichler.

© AirTeamImages.com, Alex Filippopoulos Lesen Sie auch: Flughafen-Verkauf: Griechenland will mit Fraport neu verhandeln

Condor sieht das ähnlich: Griechenland sei nach wie vor eines der beliebtesten Ferienziele der Deutschen, sagte Sprecher Johannes Winter zu airliners.de. Die negative Berichterstattung habe manchmal zu kurzfristig rückgängigen Buchungszahlen geführt, was sich aber jedes Mal innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder gelegt habe.

"Derzeit können wir zum Beispiel beobachten, dass Kunden von Tunesien nach Griechenland umbuchen", so Winter. Dort hatte es jüngst einen Terroranschlag gegeben. Der Ferienflieger hat sein Flugprogramm nach Griechenland in den vergangenen Jahren immer ausgebaut. Daran werde sich nichts ändern, sagte Winter.

Auch die Germania hält weiter an ihren Flügen auf die griechischen Inseln fest. Die Airline behält die Situation jedoch im Auge. "Um weitere Angaben zu etwaigen Entwicklungen machen zu können, ist es derzeit noch zu früh", hieß es auf Anfrage von airliners.de.

Von: airliners.de, dpa
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